22.01.2008 |

Spekulationen über Schenker-Hauptsitz

Hamburg/Berlin. Die Deutsche Bahn favorisiert nach Informationen der „Financial Times Deutschland“ Hamburg als neuen Hauptsitz ihrer Spedition Schenker. Dafür habe sich Bahnchef Hartmut Mehdorn bereits entschieden, berichtet die Tageszeitung. Ein formaler Beschluss solle noch in diesem Jahr getroffen werden. Demnach sei geplant, am Hamburger Hauptbahnhof ein Bürohochhaus für rund 700 Mitarbeiter der Verwaltung zu errichten.

Bahn-Logistik-Vorstand Norbert Bensel stellte dazu fest: „Zum aktuellen Zeitpunkt gibt es keinerlei Entscheidung für einen neuen Standort.“ Der Aufsichtsrat habe einen Prüfauftrag „zur Suche nach einem adäquaten Standort für das Ressort Transport und Logistik erteilt“. Dieser Auftrag sei im Gang. „Sowohl die derzeitigen wie auch potenzielle neue Standorte werden geprüft“, teilte Bensel in Berlin mit.

Der Sprecher des Hamburger Senats, Christof Otto, sagte, die Deutsche Bahn habe bereits mehrmals ihr Interesse an einem stärkeren Engagement in der Hansestadt bekundet. Es sei aber „noch nichts spruchreif“.

Mehdorn will nach Angaben der Zeitung in dieser Woche erneut mit Hamburgs Erstem Bürgermeister Ole von Beust (CDU) über weitere Einzelheiten sprechen. Senatssprecher Otto sagte dazu, es sei richtig, dass Mehdorn am Donnerstag nach Hamburg komme, um mit von Beust einen aus Peking kommenden Containerzug im Empfang zu nehmen.

Bislang verteilt sich die Schenker-Verwaltung auf drei Standorte: Die Zentrale der Schenker AG sitzt in Essen, Schenker Deutschland in Kelsterbach bei Frankfurt am Main. Außerdem arbeiten Schenker-Mitarbeiter auch am Berliner Konzernsitz. Die Güterbahn Railion soll laut Zeitungsbericht ihre Zentrale in Mainz behalten.

Anfang 2006 waren Verhandlungen zwischen der Bahn und Hamburg über eine Verlegung der Konzernzentrale von Berlin an die Elbe geplatzt, nachdem auch die Bundesregierung interveniert hatte. (dpa)

 
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