02.09.2008 | Transport + Logistik

Spedition Schulze: Geschäftsbetrieb läuft weiter

Berlin. Alle Gesellschaften der internationalen Spedition Friedrich Schulze, Berlin, haben mittlerweile Insolvenz angemeldet. Der Geschäftsbetrieb des Unternehmens laufe aber unverändert weiter, da inzwischen alle Kunden eine weitere Zusammenarbeit mit der Spedition zugesichert hätten. Das teilten heute die beiden vorläufigen Insolvenzverwalter Bruno M. Kübler und Sebastian Laboga mit. Kübler wörtlich: „Insbesondere im Hinblick auf die beginnende Saison für die Süßwarenindustrie ist dies ein sehr wichtiges Ergebnis“, da mit den Vorbereitungen für das Weihnachtsgeschäft nun die Hochsaison beginne. Schulze verfüge somit über volle Auftragsbücher. Die Sanierung und der Erhalt der Arbeitsplätze könne deshalb durchaus aus eigener Kraft gelingen, zeigt sich Laboga zuversichtlich. Auch die Löhne und Gehälter der insgesamt 1837 Mitarbeiter der Gruppe seien für mindestens drei Monate gesichert.

Abgesehen davon wollen die beiden vorläufigen Insolvenzverwalter in Kürze mit den wichtigsten Gläubigern verhandeln, um die Finanzlage des Unternehmens wieder auf eine solide Basis zu stellen. Geplant sind zudem Maßnahmen zur Restrukturierung der Spedition. Mit einer Eröffnung des Verfahrens rechnen Kübler und Laboga am 1. November 2008. Dann laufe auch das Insolvenzgeld aus und die Mitarbeiter müssten wieder aus der „Masse“, also aus den Überschüssen des fortgeführten Unternehmens bezahlt werden. Beide zeigen sich aber zuversichtlich, dass es auch dann ausreichend Liquidität für die Fortführung gebe, um die Weichen für ein dauerhaftes Überleben der Spedition zu stellen.

Das 1914 gegründete Speditions- und Logistikunternehmen besteht aus 11 Gesellschaften. An seinem Hauptstandort Ludwigsfelde bei Berlin beschäftigt das Unternehmen 1456 Mitarbeiter. Weitere Standorte sind Linsengericht (Hessen; 24 Mitarbeiter), Wernau (Baden-Württemberg; 19), Schönfeld (Sachsen; 22), Halle (Westfalen; 68), Langenhagen (Niedersachsen; 31), Burg (Sachsen-Anhalt; 17), Guteborn (Sachsen; 62), Gotha (Thüringen; 39), Dessau (Sachsen-Anhalt; 45) und Wuppertal (Nordrhein-Westfalen; 54). Das Unternehmen befindet sich vollständig in Familienbesitz. Geschäftsführer ist Karl Schulze. Karl Schulze sowie dessen Neffen Alexander und Friedrich Schulze sind auch als Gesellschafter in verschiedenen Konstellationen an allen Unternehmen beteiligt. (eh)

 
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