Somalische Piraten kapern griechischen Tanker

30.11.2009 11:10 Uhr
Piraten
Piraten haben den grieischen Tanker am Sonntag geentert
© Foto: ddp/David Hecker

Den 28 Besatzungsmitgliedern auf dem Öltanker "Maran Centaurus" geht es gut, teilte der Zweite Kapitän des Schiffes telefonisch mit

Piräus. Somalische Piraten haben einen griechischen Supertanker mit 28 Besatzungsmitgliedern gekapert. Das Schiff ist über 300 Meter lang und kann fast 300.000 Tonnen Öl transportieren. Die Seeräuber attackierten den Tanker „Maran Centaurus“ 600 Seemeilen nordöstlich der Seychellen, wie die EU-Operation Atalanta am Montag bei London bekanntgab. Nach Informationen eines Atalanta-Sprechers ist die Besatzung des Tankers wohlauf. Die Crew besteht aus 9 Griechen, 16 Philippinos, zwei Ukrainern und einem Rumänen. Die „Maran Centaurus“ mit Heimathafen Piräus ist eines der größten Schiffe, das bisher von Seeräubern vor Afrika entführt wurde. Der Atalanta-Sprecher wies darauf hin, dass die Piraten-Attacke ungewöhnlich weit vom somalischen Festland stattgefunden hatte. Nach griechischen Medienberichten hatte der Zweite Kapitän des Schiffes telefonisch die Zentrale der griechischen Küstenwache informiert. Auch nach diesen Angaben ging es allen Besatzungsmitglieder gut. In Piräus wurde ein Krisenstab gebildet. Die Küstenwache informierte das griechische Außenministerium. Die an der Atalanta-Schutzmission der EU vor Somalia teilnehmende griechische Fregatte „Adrias“ versuche nach griechischen Medienberichten, den gekaperten Tanker zu lokalisieren, um den Piraten den Weg nach Somalia abzuschneiden. Die Piraten hatten das Schiff bereits am Sonntag geentert. Der Tanker hatte in Kuwait Rohöl geladen und war auf dem Weg in die USA nach New Orleans. Laut Atalanta steuert das Schiff nun in Richtung der somalischen Hafenstädte Harardhere oder Hobyo. Piräus/London. Piraten auf Schnellbooten hatten in den vergangenen Monaten Dutzende Schiffe gekapert. Zu Beginn des Jahres hatten Piraten den vor der Küste Kenias gekaperten saudischen Supertanker „Sirius Star“ wieder freigegeben. Das 330 Meter lange Schiff hatte zwei Millionen Barrel Öl mit einem Marktwert von rund 66 Millionen Euro geladen. Unbestätigten Berichten zufolge wurden umgerechnet zwei Millionen Euro Lösegeld gezahlt. Ende Januar brachten Piraten im Golf von Aden den deutschen Flüssiggastanker „Longchamp“ in ihre Gewalt, obwohl das 100 Meter lange Schiff mit seiner 13-köpfigen Besatzung in einem international geschützten Konvoi fuhr. Nach Medienberichten floss Lösegeld in unbekannter Höhe. (dpa)

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