Samstag, 02. Juli 2016
Logo druckbar

05.11.2009

email drucken

premiumSky Sails widerspricht Berichten über Beinahe-Kollision mit Hubschrauber

Helikopter soll vor niederländischer Küste dem Zugdrachen-System nahe gekommen sein
Sky Sails Zugdrachen
Der Flugdrachen des Sky-Sails-Systems ist sowohl bei Tag als auch bei Nacht gut erkennbar
Foto: Sky Sails
Hamburg. Das von der Hamburger Firma Sky Sails entwickelte Zugdrachen-System für Schiffe stellt für den Luftverkehr keinen Unsicherheitsfaktor dar. Das stellte Stephan Wrage, geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens, der VerkehrsRundschau auf Anfrage klar. Er widersprach damit einem Bericht im „Norddeutschen Rundfunk“ (NDR), wonach der mit dem Zugdrachensystem ausgerüstete deutsche Frachter „Theseus“ am 15. September vor der niederländischen Küste eine Beinahe-Kollision mit einem über See fliegenden Hubschrauber gehabt haben soll. Der Helikopter befand sich auf einem Versorgungsflug zu einer Nordsee-Bohrinsel. Der Frachter der Reederei Wessels aus Haren/Ems stand in gut 34 Seemeilen (knapp 68 Kilometer) Entfernung in der offenen See und damit außerhalb der niederländischen Hoheitsgewässer.

„Der Hubschrauber flog zunächst in großer Entfernung am Schiff vorbei“, betonte Wrage. Der Pilot habe dann, offenbar neugierig geworden, den vom Zugdrachen gezogenen Frachter wiederholt in einem engeren Radius „umkreist“. Zugleich meldete er an die niederländischen Fluglotsen einen sogenannten „near miss indicent“. Diese Meldung wurde dann wiederum an das europäische Luftverkehrskontrollzentrum Eurocontrole nach Maastricht geleitet.

Der deutsche Frachter hatte den 160 Quadratmeter großen Zugdrachen an einer 280 Meter langen Stahlleine ausgefahren. Dabei habe der Drachen den für den Normalbetrieb üblichen Flugbahnverlauf genommen, das heißt er habe eine „liegende Acht“ geflogen. Die Flughöhe habe dabei im Bereich zwischen 150 bis 200 Meter gelegen. Das System bewege sich damit übrigens „innerhalb des Schutzbereiches um das Schiff“. Dieser dürfe aus Sicherheitsgründen nicht, so schreiben es die international verbindlichen Vorschriften vor, durch tief fliegende Luftfahrzeuge passiert werden.

Der Flugdrachen sei sowohl bei Tag als auch bei Nacht sehr gut erkennbar. Während der Dunkelheit sei der Drachen beleuchtet. Wrage: „Die Kapitäne schicken, bevor sie den Zugdrachen ausfahren, stets eine Meldung – die „Notam“ (Notice to Airmen)- an die für die Luftraumüberwachung zuständigen Behörden. Damit werde sichergestellt, dass der Luftverkehr über den Einsatz des Zugdrachens informiert wird. Eine solche Maßnahme, die nicht vorgeschrieben sei, sei „ganz klar präventiv“. Wrage: „Im Zuge der Entwicklung des Zugdrachen-Systems spielte das Thema „Sicherheit des Luftverkehrs“ von Anfang an eine zentrale Rolle. Wir sind damit also bestens vertraut.“

Bereits mit der Einführung des Systems vor mehr als drei Jahren informierte Sky Sails sowohl die Luftverkehrsbranche als auch eine Vielzahl von Verkehrsministerien über das neuartige Zusatzantriebs-System. Umfassende Rückfragen habe es dazu aber nicht gegeben. Das Ereignis vor der niederländischen Küste habe dann aber dazu geführt, dass es inzwischen eine Reihe von Nachfragen, zumal von Helikopter-Piloten, gegeben habe.

Wrage freut sich für sein Unternehmen über „eine wieder wachsende Anzahl von Anfragen von Reedereien“ nach dem System, mit dem sich im Idealfall zwischen zehn bis 20 Prozent Brennstoff einsparen lässt. Aktuell führt Sky Sails die dritte Zugdrachen-Generation ein, die es auf eine Grundfläche von 320 Quadratmeter bringt. (eha)
E-Mail an die Redaktion:  Zum Kontaktformular

Seefracht

THEMA DER WOCHE

Seefracht & Häfen (Wiki)

Aktuelle Nachrichten und Hintergrundberichte zu Transport- und Logistikdienstleistungen sowie Verladerstrategien im Bereich Seefracht, Containerverkehr und Seehafenlogistik. Mehr...

Aktuelle Magazin-Ausgabe

Kommentar verfassen

Regelmäßig werden online verfasste Kommentare in der VerkehrsRundschau veröffentlicht. Um sich für eine Veröffentlichung zu qualifizieren, geben Sie bitte Ihren vollen Namen und unter dem Kommentar Ihren Wohnort an. Herzlichen Dank!

 

Vorteil für Abonnenten

Box Mitleser VerkehrsRundschau Abo

Machen Sie Ihre Kollegen zu Mitlesern

VerkehrsRundschau-Abonnenten können kostenlos bis zu vier weitere Leser fürs E-Paper und für alle Online-Inhalte freischalten

Abo

Frage der Woche

Neueste Leserkommentare

  • 24.06.2016 | Transport + Logistik | Inland
    Brexit schockt Industrie, Handel und Logistik in Deutschland
    Wolfgang Trantow meint: Brexit? Die Bürger haben gegen Politiker gestimmt, die nur noch gegen das Volk arbeiten und sich...[mehr…]
  • 13.06.2016 | Transport + Logistik | Inland
    Sachsen-Anhalt: Logistiknetzwerk kritisiert Regierung wegen Lang-Lkw-Absage
    Niederbayer meint: Wenn sie in Leipzig und Umgebung nicht mehr fahren dürfen dann schautsschlecht aus für BMW.Teile f...[mehr…]
  • 13.06.2016 | Recht + Geld
    Österreich: Verschärftes Handyverbot am Steuer in Kraft
    Volker Bauer meint: Österreich: Verschärftes Handyverbot am Steuer in Kraft.Ich finde, es sollte 500€ kosten, Europaweit...[mehr…]
  • 08.06.2016 | Lenk- und Ruhezeiten
    Sozialdumping: Verdi kritisiert Politik des Wegsehens
    W. Engel meint: Geiz ist geil!!!!!oder etwa doch nicht?????[mehr…]

Beliebteste Meldungen

Paletten Report

Lager-Angebote

Termine

Buchempfehlung

Buchempfehlung

Die Bußgeld­klassiker

Erfahren Sie welche die typischen Probleme in den Bereichen Lenk- und Ruhezeiten, Ladungssicherung, Gefahrguttransport, Überladung etc. sind und wie Sie sich im Falle einer Kontrolle verteidigen können.

089-203043 000