Hamburg. Streusalz aus Sizilien oder Marokko hilft Norddeutschlands Autofahrern, dem Winter zu trotzen. So wurden am Sonntag und Montag im Hamburger Hafen wieder 8700 Tonnen Streusalz aus dem Süden Italiens umgeschlagen. In den vergangenen drei Wochen seien insgesamt rund 20.000 Tonnen Streusalz allein von der Seegüterumschlagsfirma H.J.M. abgenommen und verteilt worden, berichtete Schiffsmakler Jan Schuldt. Das sei etwa doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum. Auch Hamburg profitiert von der neuen Lieferung. „Damit können wir unsere fast leeren Depots wieder mit rund 1600 Tonnen Streusalz auffüllen“, sagte Reinhard Fiedler von der Stadtreinigung. Anders als in Niedersachsen oder in Schleswig-Holstein gab es in der Hansestadt nach seinen Worten aber noch keinen echten Engpass. „Es war knapp“, habe bisher aber immer noch gereicht. Pro „Streugang“ werden auf Hamburgs Straßen auf einer Länge von insgesamt 3200 Kilometern zwischen 200 bis 300 Tonnen Salz verbraucht. In „normalen“ Wintern reichten daher rund 12.000 Tonnen. In diesem Winter wurden nach Angaben Fiedlers bereits rund 15.000 Tonnen Salz benötigt, das nur auf Straßen, nicht aber auf Gehwegen gestreut werden darf. In Niedersachsen hatte der geringe Vorrat an Streusalz in den vergangenen Tagen dazu geführt, dass auf der Autobahn A 7 zwischen Soltau-Ost und dem Horster Dreieck nur zwei der drei Spuren befahrbar waren. Wegen extremer Straßenglätte war wiederholt die Schule ausgefallen. Die Stadt Wilhelmshaven hat sei Montag den Streudienst an Schulen, Sporthallen und öffentlichen Gebäuden wegen des Salzmangels eingeschränkt. (dpa)
Sizilianisches Streusalz gegen deutsches Blitzeis
Es naht Nachschub für die leergeräumten Salzlager der norddeutschen Kommunen