10.08.2010 |

Schifffahrtsmärkte erholen sich schneller als erwartet

Hamburg. Aufgrund der sich belebenden Weltwirtschaft waren – gemessen an der Stellkapazität – im Juli nur noch etwa 2,5 Prozent der weltweiten Containerschiffsflotte ohne Beschäftigung. Dabei hatte die steigende Tonnagenachfrage eine kräftige Erholung der Charterraten und Schiffspreise zur Folge. Analysten beziffern die Steigerung der Durchschnittschartermieten für Schiffe mit Stellpätzen für ca. 3000 Standardcontainer (TEU) gegenüber dem Vorjahr auf ca. 98,4 Prozent. Auflieger in dieser Grössenklasse gibt es praktisch nicht mehr.

Während sich das Ratenniveau für 3500-TEU-Schiffe seit Jahresbeginn verdreifacht hat, ist für Schiffe um 4400 TEU sogar eine Vervierfachung auf einen Tagessatz von aktuell 24.000 US-Dollar festzustellen. Mit einer kurzen zeitlichen Verzögerung ziehen inzwischen auch die Raten für kleinere Containerschiffe bis 1500 TEU deutlich an. Bei den von deutschen Fonds-Gesellschaften finanzierten Frachtern ist die Zahl der aufgelegten Containerschiffe seit November 2009 von 135 um 80 Prozent auf aktuell nur noch 25 Einheiten gesunken.

„Die Schifffahrtsmärkte haben sich schneller erholt, als allgemein erwartet", sagt Sönke Fanslow, Vorstand und Geschäftsführer des Hamburger Emissionshauses Hansa Treuhand. Schiffe zwischen 3500 und 4500 TEU könnten inzwischen wieder für Perioden von 24 Monaten zu auskömmlichen Raten im Markt untergebracht werden.

Insgesamt sind die deutschen Schiffsfonds deutlich besser durch die Krise gekommen als erwartet: „Nur 10 Prozent der rund 1800 deutschen Schiffsgesellschaften haben Liquiditätsnachschüsse benötigt", stellt Robert Rost vom Analysehaus Deutsche FondsResearch fest. Nach einem sprunghaften Anstieg von Kommanditgesellschaften mit Liquiditätsschwierigkeiten zwischen September 2009 und April 2010 kommen seit Mai kaum noch neue Fälle hinzu. Seit Beginn der Krise im Januar 2010 habe es 182 erfolgreich beschlossene Sanierungskonzepte gegeben."Die positiven Signale im Welthandel bieten den Kommanditgesellschaften jetzt gute Aussichten, ihre Schiffe heil durch die Krise zu bringen und in die Gewinnzone zurückzufahren", ist Dr. Helmut Knepel, Vorstand der Feri EuroRating Services AG, überzeugt. (jm) 

 
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