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18.03.2011

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premiumSchifffahrtsexperte: Beluga ist „Opfer des eigenen Geschäftsmodells geworden“

Insolvenzverwalter Gröner will „Irritationen“ im Markt schnellstmöglich beseitigen

Schifffahrtsfachmann Jürgen Dobert: Notlage der Bremer Reederei-Gruppe bedauerlich

Foto: Arndt

Bermen/ Hamburg. Der mit der Insolvenz von mittlerweile zwei Tochterfirmen der Beluga Shipping beauftragte Rechtsanwalt Edgar Gröner will sich intensiv darum bemühen, „die gegenwärtigen Irritationen" bei den Geschäftspartnern der Bremer Schwergut- und Projektschifffahrts-Reederei-Gruppe „zu beseitigen". Dazu will Gröner „in den nächsten Tagen" zahlreiche Gespräche mit den Gläubigern führen, um „eine neue Vertrauensbasis" zu schaffen. Das war die zentrale Botschaft Gröners auf einer Mitarbeiterversammlung des Unternehmens am Stammsitz Bremen, die am Donnerstag abgehalten wurde.

Insolvenzverwalter: Ausreichend Fracht und Kunden

Nach seinem Dafürhalten gebe es im Markt ausreichend Fracht und Kunden, um das Unternehmen fortzuführen. Zudem genieße die Reederei-Gruppe gerade auf dem Gebiet des Chartering und Engineering ein großes Ansehen. Das seien wichtige Trumpfkarten.

Indes hat das Hamburger Schiffsfinanzierungs-Unternehmen EEH (Elbe Emissionshaus) für zwei seiner Mehrzweckfrachter (Container und Schwergut, Anm. d. Red.), die an die Beluga Chartering vermietet waren, eine neue Verwendung gefunden. Die in Drochtersen bei Hamburg ansässige EEH hatte die Verträge mit der Bremer Reederei gekündigt, nachdem die Charter-Zahlungen ausblieben. Neuer Charterer ist die in Leer beheimatete BBC Chartering & Logistic GmbH. Sie hat die beiden 2008 gebauten Frachter „Svenja" und „Fabian" (Containerzuladekapazität: 962 TEU) für zunächst sechs Monate eingechartert.

Dobert: Beluga ist Opfer des eigenen Geschäftsmodells

Für den Hamburger Schifffahrts-Experten und ehemaligen Kapitän, Jürgen Dobert, kommt die Schieflage der Bremer Reederei-Gruppe nicht überraschend. Beluga-Firmengründer und -chef Niels Stolberg sei am Ende „Opfer seines eigenen Geschäftsmodells" geworden. Dobert gegenüber der VerkehrsRundschau: „Lange Zeit waren günstig eingekaufte Schiffe bei steigenden Märkten mit Gewinn an Fondsgesellschaften verkauft worden." Im Gegenzug seien langfristige Charterverträge gewährt worden. Letztere stellten den Kapitalanlegern „jährliche Ausschüttungen von acht oder neun Prozent" in Aussicht.

Das Geschehen um die in Seenot geratene Bremer Reederei-Gruppe sei aber auch deshalb so bedauerlich, weil Stolberg selbst das Unternehmen stets in der Tradition der großen Schwergutreederei DDG Hansa gesehen habe, so Dobert weiter. Die ebenfalls aus Bremen stammende, 1881 gegründete Reederei, hatte sich in den knapp 100 Jahren ihres Bestehens – sie verschwand 1980 für immer vom Markt – weltweit einen Namen als Schwergut-Spezialist gemacht. Wie auch Beluga-Shipping hatte die DDG Hansa eine Reihe von bedeutenden technischen Innovationen hervorgebracht. (eha) 

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