Freitag, 27. März 2015
Logo druckbar

18.03.2011

email drucken

premiumSchifffahrtsexperte: Beluga ist „Opfer des eigenen Geschäftsmodells geworden“

Insolvenzverwalter Gröner will „Irritationen“ im Markt schnellstmöglich beseitigen

Schifffahrtsfachmann Jürgen Dobert: Notlage der Bremer Reederei-Gruppe bedauerlich

Foto: Arndt

Bermen/ Hamburg. Der mit der Insolvenz von mittlerweile zwei Tochterfirmen der Beluga Shipping beauftragte Rechtsanwalt Edgar Gröner will sich intensiv darum bemühen, „die gegenwärtigen Irritationen" bei den Geschäftspartnern der Bremer Schwergut- und Projektschifffahrts-Reederei-Gruppe „zu beseitigen". Dazu will Gröner „in den nächsten Tagen" zahlreiche Gespräche mit den Gläubigern führen, um „eine neue Vertrauensbasis" zu schaffen. Das war die zentrale Botschaft Gröners auf einer Mitarbeiterversammlung des Unternehmens am Stammsitz Bremen, die am Donnerstag abgehalten wurde.

Insolvenzverwalter: Ausreichend Fracht und Kunden

Nach seinem Dafürhalten gebe es im Markt ausreichend Fracht und Kunden, um das Unternehmen fortzuführen. Zudem genieße die Reederei-Gruppe gerade auf dem Gebiet des Chartering und Engineering ein großes Ansehen. Das seien wichtige Trumpfkarten.

Indes hat das Hamburger Schiffsfinanzierungs-Unternehmen EEH (Elbe Emissionshaus) für zwei seiner Mehrzweckfrachter (Container und Schwergut, Anm. d. Red.), die an die Beluga Chartering vermietet waren, eine neue Verwendung gefunden. Die in Drochtersen bei Hamburg ansässige EEH hatte die Verträge mit der Bremer Reederei gekündigt, nachdem die Charter-Zahlungen ausblieben. Neuer Charterer ist die in Leer beheimatete BBC Chartering & Logistic GmbH. Sie hat die beiden 2008 gebauten Frachter „Svenja" und „Fabian" (Containerzuladekapazität: 962 TEU) für zunächst sechs Monate eingechartert.

Dobert: Beluga ist Opfer des eigenen Geschäftsmodells

Für den Hamburger Schifffahrts-Experten und ehemaligen Kapitän, Jürgen Dobert, kommt die Schieflage der Bremer Reederei-Gruppe nicht überraschend. Beluga-Firmengründer und -chef Niels Stolberg sei am Ende „Opfer seines eigenen Geschäftsmodells" geworden. Dobert gegenüber der VerkehrsRundschau: „Lange Zeit waren günstig eingekaufte Schiffe bei steigenden Märkten mit Gewinn an Fondsgesellschaften verkauft worden." Im Gegenzug seien langfristige Charterverträge gewährt worden. Letztere stellten den Kapitalanlegern „jährliche Ausschüttungen von acht oder neun Prozent" in Aussicht.

Das Geschehen um die in Seenot geratene Bremer Reederei-Gruppe sei aber auch deshalb so bedauerlich, weil Stolberg selbst das Unternehmen stets in der Tradition der großen Schwergutreederei DDG Hansa gesehen habe, so Dobert weiter. Die ebenfalls aus Bremen stammende, 1881 gegründete Reederei, hatte sich in den knapp 100 Jahren ihres Bestehens – sie verschwand 1980 für immer vom Markt – weltweit einen Namen als Schwergut-Spezialist gemacht. Wie auch Beluga-Shipping hatte die DDG Hansa eine Reihe von bedeutenden technischen Innovationen hervorgebracht. (eha) 

E-Mail an die Redaktion:  Zum Kontaktformular

Aktuelle Magazin-Ausgabe

Kommentar verfassen

Regelmäßig werden online verfasste Kommentare in der VerkehrsRundschau veröffentlicht. Um sich für eine Veröffentlichung zu qualifizieren, geben Sie bitte Ihren vollen Namen und unter dem Kommentar Ihren Wohnort an. Herzlichen Dank!

 

Abo

Service

Strategiecheck

Kostenloser Strategie-Check

Die VR bietet zusammen mit Professor Paul Wittenbrink ein Online-Tool an, mit dem Spediteure kostenlos feststellen können, ob ihr Unternehmen strategische Defizite hat.

Frage der Woche

Neueste Leserkommentare

  • 25.03.2015 | Transport + Logistik │ Ausland
    Straßenblockaden in Polen: Protest gegen deutschen Mindestlohn
    Sven meint: Was wollen die ? Sie müssen doch nur ihre transportpreise auf ein internationales Niveau anheben und...[mehr…]
  • 18.03.2015 | Transport + Logistik │ Ausland
    E-Commerce überfordert Logistikdienstleister
    jürgen diercks meint: Was in Wien ausgesprochen wurde, droht vielen deutschen Städten mit Stuttgart an der Spitze. Ein...[mehr…]
  • 17.03.2015 | Transport + Logistik | Inland
    BVL modifiziert Logistikcartoon
    Werner Geilenkirchen meint: Die neue Version wirkt deutlich moderner. Schade ist, Logistik wird auf reinen Life-Style...[mehr…]
  • 17.03.2015 | Transport + Logistik | Inland
    Straßenbaumittel wurden von NRW-Kommunen nicht abgerufen
    M Prentki meint: ... weil es effektiver ist ein Tempo 30 Schild wegen Straßenschäden aufzustellen und dann eine...[mehr…]
  • 15.03.2015 | Vermischtes
    Frage: Gelungene Image-Kampagne Logistik?
    Kaltfussengel meint: Unglaublich primitiv und sexistisch!! Ich habe mich nicht über 30 Jahre erfolgreich in einer M...[mehr…]

Beliebteste Meldungen

Aktuelle Stellenangebote

Paletten Report

Lager-Angebote

Termine

Buchempfehlung

Buchempfehlung

Mit Sicherheit

Dieses Buch ist das erste seiner Art, denn es geht nun erstmals darum, die innerbetrieblichen Voraussetzungen für eine gute Ladungssicherung zu legen und Lösungen für typische Problemsituationen im Alltag von Unternehmern, Disponenten und Fuhrparkleitern zu finden.