08.09.2010 |

Schifffahrt vor Durchbruch zu neuer Antriebsenergie

Hamburg. Die Schifffahrt steht vor dem Durchbruch zu neuer Antriebsenergie. Auf dem Weg zu geringerer Klimabelastung setzt die Branche nach den Worten Hermann J. Klein, Vorstandsmitglied des Germanischen Lloyd, zunehmend auf Flüssigerdgas (LNG). Anlässlich des ersten Umweltkongresses der Branche sagte er der Nachrichtenagentur dpa: "LNG ist deutlich umweltfreundlicher, es enthält weniger Schwefel und weniger Kohlenstoff." So entstehe bei der Verbrennung weniger klimaschädliches CO2-Treibhausgas.

Seit langem ist der in Schifffahrt vornehmlich genutzte Kraftstoff, das Schweröl, in der Kritik. Schweröl habe den Vorteil, dass es zunächst einmal vergleichsweise preisgünstig sei, sagte Klein. Es habe aber den Nachteil eines relativ hohen Schwefelgehalts. Letztendlich gehe die Rechnung anders auf. "Der Preis für LNG ist extrem attraktiv", sagte Klein. Vom Energiegehalt koste Flüssigerdgas die Hälfte des gebräuchlichen Schweröls.

Die Investitionen für einen Neubau mit Zweistoffmotoren für Öl und Gas liegen nach Angaben des Experten etwa 15 bis 20 Prozent über dem herkömmlich Preis. Alle Schiffsmotorenbauer in Europa hätten sich der Entwicklung zu neuen Motoren verschrieben.

Um auf den Meeren weltweit mit Gas-Antrieb unterwegs sein zu können, müssten allerdings erst ausreichend Gas-Tankstellen geschaffen werden. Das Schiff sei und bleibe dabei das günstigste Transportmittel für Waren, unterstrich Klein. "Wenn Sie einen Liter Kraftstoff haben, können Sie mit dem Auto eine Fracht von einer Tonne über 20 Kilometer transportieren. Auf dem Seeweg sind dies 2500 Kilometer. Das zeigt, wie effizient die Schifffahrt heute bereits ist."

Klein wies daraufhin, dass seit dem 1. Juli 2010 in der Nord- und Ostsee für Schiffstreibstoffe ein Schwefelgrenzwert von einem Prozent bestehe. Hier müsse bereits mit schadstoffärmerem Dieselöl gefahren werden. Neben einem "sauberen" Kraftstoff werde bei den Schiffneubauten aber auch nach optimalen Rumpfformen, effizienteren Propellern oder Energieumwandlern sowie Möglichkeiten zum Einsatz von Solarenergie gesucht. (dpa)

 
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