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22.03.2016Transport + Logistik │ Ausland

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premiumSCFI: Asien-Europa-Frachtraten erreichen Tiefststand

In der Kalenderwoche 11 fallen die Asien-Europa-Frachtraten auf das Rekordtief von Juni 2015. Branchenkenner erwarten Serviceausfälle durch Konkurse und Fusionen.
Container Hafen Hamburg Export

Im Vorjahresvergleich sind die Asien-Europa-Frachtraten um 70 Prozent geschrumpft

Foto: Picture Alliance/dpa/Christian Charisius

Schanghai. Die Frachtraten für Containertransporte von Asien nach Europa sind laut des Shanghai Containerised Freight Index (SCFI) in KW 11 um 6 US-Dollar (5,30 Euro) beziehungsweise 2,8 Prozent auf 205 US-Dollar (189 Euro) pro TEU (20-Fuß-Standardcontainer) gefallen. Die Raten von Asien ins Mittelmeer nahmen um rund sieben Euro beziehungsweise rund vier Prozent auf 173 Euro pro TEU ab. Laut dem amerikanischen Journal of Commerce (JOC) erhalten immer mehr Spediteure Anfragen für einen Nulltarif für Versendungen auf den angeschlagenen Asien-Europa-Routen. In KW 11 erreichten diese den Tiefststand vom 19. Juni 2015. Im Vergleich zur KW 11 im Vorjahr lagen sie allerdings um 70 Prozent niedriger. Die Differenz auf den Asien-Mittelmeer-Routen beträgt sogar 76 Prozent.

Laut einem nicht namentlich genannten Chef einer der weltweit zehn größten Logistikanbieter wird etwas Dramatisches geschehen. „Die Frage ist nicht ob, sondern wann. Bevorstehende Serviceunterbrechungen aufgrund von Konkursen und Fusionen werden alle betreffen.“ Einige Spediteure erwarten Nachfragen für langfristige Frachtraten von 45 bis 90 Euro pro TEU, sind aber bisher aber nicht bereit, diese Aufträge zu übernehmen. „Die Frachtraten stehen extrem unter Druck und die Reedereien wollen sie um jeden Preis anheben“, sagte ein Spediteur. In China verbietet das Transportministerium Angebote von Frachtraten unter 50 US-Dollar (44 Euro) pro TEU auf den Asien-Europa-Routen, wobei die Schanghaier Börse die Tarife via dem SCFI überwacht. Gemäß JOC erklärte ein anderer leitender Angestellter einer führenden Reederei, dass die Raten einen Tiefpunkt erreicht haben, bei dem das Stilllegen von Schiffen finanziell attraktiv wird. „Es sieht sehr schlecht aus, aber solange Reedereien um Marktanteile kämpfen und einige sogar staatlich subventioniert werden, wird sich die Situation nicht verändern.“

Auf den Verbindungen zur US-amerikanischen Westküste sanken die Frachtraten um rund sechs Prozent auf 676 Euro pro FEU. Auf den Routen zur US-amerikanischen Ostküste nahmen sie um rund drei Prozent auf 1473 Euro pro FEU ab. Laut JOC sehen sich auch auf diesen Strecken viele Reedereien und Frachtversender größten Unwägbarkeiten gegenüber. „Alle Details in den Frachtratenverträgen für 2016/17 müssen daher neu verhandelt werden“, berichtete das JOC. Der gesamte SCF-Index für alle Handelslinien schrumpfte gegenüber der Vorwoche um 0,9 Prozent auf 400,43 Punkte. Der Index reflektiert die Veränderungen der Tagesfrachtraten im Transportmarkt für Exportcontainer in Schanghai. Für den SCFI werden Frachtraten und Zuschläge aus 15 unterschiedlichen Routen gewichtet und daraus der Durchschnitt gebildet.  (rup)

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