24.06.2008 | Transport + Logistik

SBB Cargo: Harter Sparkurs in Bellinzona

Bellinzona/Luzern. Das Industriewerk Bellinzona soll bis 2010 zehn Millionen Franken (6,2 Millionen Euro) einsparen. Die Angestellten der SBB-Werkstätte und die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) wollen das Betriebsergebnis bis 2010 um mindestens diesen Betrag verbessern. Das teilte Franz Steinegger, der Leiter des runden Tisches zur Zukunft des Industriewerks, nach dem dritten gemeinsamen Treffen mit. Rund zwei Drittel der Verbesserungen gelängen mit Kostenreduktionen, der Rest mit Effizienzsteigerungen, erklärte der frühere Nationalrat.

Noch herrscht allerdings nicht in allen Punkten Einigkeit. Rund drei Viertel der Maßnahmen seien akzeptiert, sagte Daniel Bach, der Sprecher des Schweizer Verkehrsministeriums. Dazu zählten etwa die Reorganisation der Verkaufsabteilung oder die Reduktion des Lagerraums. Von beiden Seiten anerkannt sei zudem, dass es flexiblere Arbeitszeiten brauche, fügte Steinegger an. Umstritten sei dagegen die Methodik, mit der die Verbesserungsprozesse angegangen werden sollen. Und offen sei, ob SBB-Cargo-interne Umlagerungen als Ergebnisverbesserung für Bellinzona gelten dürften oder nicht.

Bereits nach den früheren Treffen hatten beide Verhandlungspartner betont, dass eine höhere Auslastung und damit mehr externe Kunden gebraucht würden. Ziel sei es auch, das Werk besser für Drittaufträge zu positionieren.

Allerdings ist noch nicht einmal klar, ob der derzeit größte externe Kunde seine Güterwagen weiterhin in Bellinzona warten lässt: Die Hupac, Marktführer im Kombinierten Güterverkehr über die Alpen, verhandelt laut Sprecherin Irmtraut Tonndorf immer noch über die Vergabe der Wartungsarbeiten für 2009. Es geht dabei um ein Auftragsvolumen von immerhin rund 20 Millionen Franken (12, 4 Millionen Euro) pro Jahr. Die Hupac organisiere derzeit den Güterwagenunterhalt neu. Laut Tonndorf laufen Gespräche mit externen Partnern, welche die Wartungsarbeiten europaweit besorgen würden. Um im Geschäft mit der Hupac zu bleiben, müsste das SBB-Werk Bellinzona daher wohl Partnerschaften mit andern Firmen eingehen. (hrk)

 
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