Moskau. Einen Monat nach der Befreiung des angeblich von Piraten gekaperten Frachters „Arctic Sea“ hat Russland das Schiff an Malta übergeben. Zuvor seien noch Beweise wie die von den Seeräubern benutzte Munition sowie deren Boot für das Gerichtsverfahren in Russland sichergestellt worden, teilten die Ermittlungsbehörden am Freitag nach Angaben der Agentur Interfax in Moskau mit. Die finnische Reederei Solchart Ltd forderte die Rückgabe der „Arctic Sea“ an den Eigentümer. Dagegen will Malta, wo der Frachter registriert ist, das Schiff erst freigeben, wenn der Eigentümer die nötigen Reparaturarbeiten erledigt hat. Russland hatte internationale Spekulationen um einen Schmuggel von Raketen an den Iran an Bord des angeblich mit Holz beladenen Frachters zurückgewiesen. Die „Arctic Sea“ war am 17. August von der russischen Schwarzmeerflotte nach offiziellen Angaben aus der Gewalt von acht Piraten befreit worden. Die vorwiegend aus Estland stammenden Vorbestraften bestreiten die Vorwürfe. Die 15 Seeleute an Bord der „Arctic Sea“ hatten nach ihrer Befreiung allerdings berichtet, von den Männern gefesselt und gequält worden zu sein. Der Fall der am 24. Juli angeblich vor Schwedens Küste entführten „Arctic Sea“ hatte die halbe Welt in Atem gehalten. An der Aufklärung des Hochsee-Krimis waren die NATO, die EU sowie Geheimdienste aus 20 Ländern beteiligt gewesen. Ungeachtet der russischen Dementis halten sich bis heute Mutmaßungen von internationalen Militärexperten, dass der israelische Geheimdienst den Schmuggel von Massenvernichtungswaffen mit der „Arctic Sea“ verhindert habe. (dpa)
Russland übergibt „Arctic Sea“ an Malta
Russland weist Spekulationen um einen Schmuggel von Raketen an Bord des Frachters zurück