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Russland beendet Ermittlungen zu „Arctic Sea“

Moskau. Einen Monat nach der Befreiung des wochenlang verschollen geglaubten Frachters „Arctic Sea“ hat Russland seine Ermittlungen auch zum angeblichen Waffenschmuggel an Bord beendet. Das Schiff werde an diesem Freitag oder Samstag in Las Palmas auf Gran Canaria an die maltesischen Behörden übergeben, sagte der Sprecher der russischen Ermittlungsbehörden, Wladimir Markin, am Mittwoch nach Angaben der Agentur Interfax in Moskau. Russland hatte internationale Spekulationen um einen Schmuggel von Raketen an den Iran an Bord des Holzfrachters als falsch zurückgewiesen.

Die „Arctic Sea“ war am 17. August von der russischen Schwarzmeerflotte nach Angaben des Moskauer Verteidigungsministeriums aus der Gewalt von acht Piraten befreit worden. Ein Moskauer Gericht bestätigte am Mittwoch die Haftbefehle gegen die vorwiegend aus Estland stammenden Vorbestraften. Die Männer hätten sich nicht auf den von der russischen Justiz angebotenen Handel eingelassen, ihre Schuld gegen eine geringere Strafe einzugestehen, teilten die Anwälte der mutmaßlichen Täter mit.

Nach Darstellung der finnischen Reederei der „Arctic Sea“ würden der Kapitän des Schiffs sowie drei ebenfalls an Bord gebliebene Seeleute in den nächsten Tagen nach Hause fliegen. Der Frachter solle von einer neuen Mannschaft heimgeholt werden, teilte das Unternehmen Solchart Ltd. mit. Von den insgesamt 15 Seeleuten waren elf wochenlang vom russischen Geheimdienst wegen einer möglichen Mittäterschafter verhört worden, bis sie zu ihren Angehörigen heimkehren durften.

Der Fall der am 24. Juli angeblich vor Schwedens Küste entführten „Arctic Sea“ hatte die halbe Welt in Atem gehalten. An der Aufklärung des „Hochsee-Krimis“ waren die NATO, die EU sowie Geheimdienste aus 20 Ländern beteiligt gewesen. Ungeachtet der russischen Dementis halten sich bis heute Mutmaßungen von internationalen Militärexperten, dass der israelische Geheimdienst den Schmuggel von Massenvernichtungswaffen mit der „Arctic Sea“ verhindert habe. (dpa)

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