24.09.2009 | Transport + Logistik

Renschler fordert Mautnachlässe für Transporteure

Stuttgart. Daimler-Nutzfahrzeugchef Andreas Renschler hat finanzielle Erleichterungen für die Transportbranche gefordert. Spediteure, die mehr in Sicherheitstechnologie investierten, sollten Mautnachlässe bekommen, sagte das Vorstandsmitglied des weltgrößten Nutzfahrzeugherstellers am Donnerstag in Stuttgart in Richtung Bundesregierung. „In der Summe zahlt der Straßenverkehr jährlich 53 Milliarden Euro an Abgaben. Ich denke, da kann man auch mal über finanzielle Unterstützung in Bereichen wie der Verkehrssicherheit nachdenken.“

„Insgesamt werden aktive Sicherheitssysteme aktuell nur bei einem Bruchteil von etwa fünf Prozent der neu gekauften Fahrzeuge in Europa geordert“, begründete Renschler den Vorstoß. „Mit anderen Worten: 95 Prozent aller neuen Lkw sind in punkto Sicherheit nicht auf dem neusten Stand.“ Die Probleme beim Thema Lkw-Sicherheit zeigten sich auch daran, dass der Sicherheitsgurt nur von rund der Hälfte aller Fahrer schwerer Lkw über 7,5 Tonnen angelegt werde.

Renschler: Mautspreizung erleichtert Einführung von NFZ-Sicherheitssystemen

Nach Einschätzung des Managers würde eine Mautspreizung die Einführung von Sicherheitssystemen in Nutzfahrzeugen deutlich erleichtern. Die Kunden brauchten Anreize, um mehr Geld dafür zu investieren, betonte Renschler. Der Daimler-Nutzfahrzeugchef, der auch Vorsitzender des Vorstandskreises Nutzfahrzeuge im Verband der Automobilindustrie (VDA) ist, zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass in den nächsten Monaten Bewegung in die Mautdiskussion kommen wird.

Rund drei Viertel aller Gütertransporte in Deutschland werden nach seinen Angaben von Lkw und Transportern geleistet. Nach einer Schätzung des Verkehrsministeriums werde die Transporterleistung bis zum Jahr 2050 noch einmal um fast 90 Prozent zulegen, teilte der Manager mit.

Zur Entwicklung der Daimler-Nutzfahrzeugsparte in den nächsten Monaten wollte sich Renschler nicht konkret äußern. „Wir haben die Talsohle durchschritten. Die Region Nordamerika zieht auch etwas an. Aber es ist noch keine durchgreifende Besserung in Sicht“, erklärte das Daimler-Vorstandsmitglied. Wegen der Absatzkrise arbeiten derzeit 13.000 Mitarbeiter der Nutzfahrzeugsparte kurz. Im vergangenen Jahr waren bei Daimler die Verkäufe von Lkw und Bussen im Jahresvergleich noch um ein Prozent auf 472.100 Fahrzeuge gestiegen. (dpa)

 
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