Doha. Die für Ende 2011 oder zu Beginn des kommenden Jahres vorgesehene erstmalige Börsennotierung der staatlichen Fluglinie aus dem Emirat Katar wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. Laut Airline-Chef Akbar Al Baker wurde der Gang aufs Parkett wegen der „unklaren weltwirtschaftlichen Situation" abgesagt. Einen neuen Zeitpunkt für den Schritt nannte der Manager auf einer Konferenz in der bulgarischen Hauptstadt Sofia nicht. Die Aktienemission sollte über die Börsen in Doha und London erfolgen. Um welches Volumen es sich bei dem Initial Public Offering (IPO) gehandelt hätte, ließ die Airline bislang im Unklaren. Mit dem erwarteten Geldzufluss sollte das rapide Flottenwachstum sowie der weitere Ausbau des weltweiten Netzes finanziert werden.
Im Vorfeld hatten vor allem Investoren aus der Golfregion sowie internationale Kapitalgesellschaften Interesse am Kauf von Aktienpaketen der Qatar Airways signalisiert. Die Gesellschaft ist dank ihrer Flottenbestellungen eine der weltweit am schnellsten wachsenden Fluglinien.
Neben organischem Wachstum setzt sie auch auf Beteiligungsmodelle und die Akquisition anderer Airlines zur Stärkung des eigenen Netzwerkes. So hat Qatar Airways erst im vergangenen Juni einen Aktienanteil von 35 Prozent der luxemburgischen Frachtlinie Cargolux übernommen. Unterstützt wird der expansive Kurs durch den Staat, der sich ebenfalls an einer Vielzahl von Industrieunternehmen finanziell beteiligt.
Erst am vergangenen Wochenende hatte die Regierung in Doha ihr Interesse am Erwerb einer Minderheitsbeteiligung von 7,5 Prozent an dem europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS bekundet. Es handelt sich um Anteile, die derzeit noch vom Daimler-Konzern gehalten werden, der seine EADS-Kapitalbindung aber zurückfahren will. (hs)