05.05.2010 | Transport + Logistik

Prognose: Hälfte der kleinen Fuhrbetriebe in Deutschland vor dem Aus

Prien. Von den 10.000 bis 12.000 Kleinunternehmen im Straßengüterverkehr mit bis zu zehn Fahrzeugen wird bis 2015 nur die Hälfte überleben. Diese Prognose wagte Peter Klaus, emeritierter Professor am Lehrstuhl für Logistik an der Universität Nürnberg/Erlangen, gestern auf dem Symposium Logistik Innovativ in Prien am Chiemsee.

Klaus beruft sich bei seiner Vorhersage auf die Entwicklung des Transportmarktes in den USA. Dort sei in der Vergangenheit ebenfalls eine Konzentration zu beobachten gewesen, die für viele Fuhrbetriebe das Aus bedeutet hätte. Er geht davon aus, dass wie in den USA auch in Deutschland die bisher praktizieren Geschäftsmodelle der kleinen Betriebe im Ladungsverkehr mit linienförmigen Fahrtenmuster und unsystematischer Rückladungssuche immer weniger erfolgreich sein werden. "Die Branche muss sich massiv verändern, um die Herausforderungen zu bestehen", sagte Klaus. Es würden sich eine neue Form der Zusammenarbeit zwischen Dienstleister und Verlader herausbilden, bei der eine professionelle Ladungsvermittlung in den Vordergrund rücke und die eine Konzentration im Transportmarkt nach sich ziehen werden. Viele kleinere Betriebe könnten diese Anforderungen nicht mehr erfüllen. Für sie sah er ein Betätigungsfeld in Nischen oder in der zweiten Reihe als Subunternehmen. "Die Industriealisierung ist auch im Ladungsverkehr unaufhaltsam. Wir befassen uns damit aber zu wenig", so Klaus.

Trotz Kostensteigerungen zum Beispiel wegen einer weiter steigenden LKW-Maut und Engpässen bei den Fahrern glaubt er nicht, dass die Frachtraten steigen werden. "Der Preisdruck im Markt wird bleiben", so seine Vorhersage. (cd)

Zu diesem Artikel hat VerkehrsRundschau-Redakteur Michael Cordes einen Kommentar verfasst. Lesen Sie Ein entschiedenes „Jein“ zu den strittigen Thesen von Prof. Klaus

 
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