Brüssel. Der österreichische Finanzminister Josef Pröll erwartet, dass die geplante Übernahme der Austrian Airlines (AUA) durch die Deutsche Lufthansa rasch über die Bühne geht. „Ich glaube, dass es mit dem guten Willen aller Beteiligten eine schnelle Lösung geben kann“ sagte Pröll am Montag in Brüssel vor einem Treffen mit seinen EU-Amtskollegen. Die EU-Kommission hatte am vergangenen Mittwoch ein eingehendes Prüfungsverfahren zu der Übernahme angeordnet. Da sich die Wettbewerbshüter mit ihrer Entscheidung bis zu 90 Tage Zeit lassen dürfen, könnte für die krisengeschüttelte AUA die Zeit knapp werden. Denn Lufthansa hatte die Bedingung gestellt, dass die EU-Kommission bis spätestens 31. Juli grünes Licht gibt. Man sei in ständigem Kontakt mit Lufthansa und der EU-Kommission, betonte Pröll. „Ziel ist, dass das, was vertraglich vereinbart ist, auch realisiert werden kann.“ Als Grund für eine weitere Prüfung nannten Wettbewerbshüter zuvor die Befürchtung, dass das Vorhaben zu „höheren Preisen und einem verringerten Flugangebot führen könnte“. Auch zu der Prüfung über einen Staatszuschuss in Höhe von 500 Millionen Euro an die AUA signalisierte Pröll Optimismus. „In beiden Situationen sind wir in die finale Runde eingebogen.“ Die Staatshilfe, die die EU-Wettbewerbshüter derzeit ebenfalls unter die Lupe nehmen, wird von Lufthansa auch als Voraussetzung für die Übernahme des angeschlagenen Unternehmens betrachtet. Lufthansa hatte die hochdefizitäre Austrian Airlines im Dezember vergangenen Jahres zu einem symbolischen Preis von 366.000 Euro gekauft. Erst vor kurzem hatten die EU-Wettbewerbshüter Lufthansa grünes Licht für die Übernahme der belgischen Brussels Airlines und der britischen BMI gegeben. (dpa)
Pröll: Rasche Entscheidung zu Lufthansa-AUA-Deal
Österreichs Finanzminister ist optimistisch hinsichtlich der Übernahme von Austrian Airlines