05.02.2009 |

Preisverfall der Seefrachtraten im 4. Quartal 2008

Wiesbaden. Der konjunkturelle Abschwung der Weltwirtschaft und der gesunkene Ölpreis haben zu einem Preisverfall der Seefrachtraten in Deutschland geführt. Das gab das Statistische Bundesamte (Destatis) am Donnerstag in einer Mitteilung bekannt. Demnach lag der Index der Seefrachtraten in der Linienfahrt im vierten Quartal des Jahres 2008 um 16,9 Prozent unter dem Niveau der entsprechenden Vorjahresperiode. Dabei seien die Frachtraten in der einkommenden Linienfahrt (- 17,6 Prozent) im Vergleich zum Vorjahr etwas stärker gesunken als die in der ausgehenden Linienfahrt (- 16,2 Prozent).

Der Index der Seefrachtraten in der Linienfahrt wird auf Euro-Basis berechnet und zeigt die Preisentwicklung der von den deutschen Unternehmen für Im- und Exporte in Anspruch genommenen Seeverkehrsleistungen nach Fahrtregionen. Bezogen auf die einzelnen Fahrtregionen kam es nach Angaben von Destatis in der Amerikafahrt (- 23,8 Prozent) und in der Fahrtregion Asien/Australien (- 21,7 Prozent) im vierten Quartal 2008 zu einem enormen Preisverfall. Mit einem leichten Rückgang um 0,4 Prozent blieb die Ratenentwicklung in der Europafahrt im vierten Quartal 2008 im Vergleich zum Vorjahresquartal nahezu stabil. Dagegen lagen die Frachtraten in der Afrikafahrt im gleichen Zeitraum um 11,7 Prozent höher.

Laut Expertenmeinung ist der Preisverfall auf die kritische Konjunkturlage zurückzuführen, welche die Nachfrage nach internationalen Seetransporten drosselt. Ein anderer Grund sei der gesunkene Ölpreis, der zu niedrigeren Kraftstoffzuschlägen führe. Der Wechselkurs des US-Dollars gegenüber dem Euro lag im vierten Quartal 2008 um 10,1 Prozent über dem Niveau der Vorjahresperiode. Da rund 75 Prozent der Frachtraten in US-Dollar gemeldet werden, wurde der Preisverfall so gedämpft. Ohne diesen Wechselkurseffekt wären die Frachtraten im vierten Quartal sogar um 23,3 Prozent gesunken, so Destatis.

Im Gesamtjahresvergleich von 2008 zu 2007 sei der Index der Seefrachtraten in der Linienfahrt lediglich um 3,9 Prozent gesunken. Der vergleichsweise geringe Rückgang beruhe darauf, dass der Ölpreis noch im Sommer 2008 Höchststände erreichte und sich die Weltkonjunktur erst im Laufe des vergangenen Jahres eintrübte. (ag)

 
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