Eutin. Der Kreis Ostholstein will bei der Planung der Schienenhinterlandanbindung für die geplante feste Fehmarnbelt-Querung stärker berücksichtigt werden. In einem Raumordnungsverfahren solle die unter wirtschaftlichen und sozialen Gesichtspunkten verträglichste Trassenvariante ermittelt werden, sagte Ostholsteins Landrat Reinhard Sager (CDU) am Donnerstagabend im Anschluss an ein Gespräch mit Vertretern der Deutschen Bahn. An dem Treffen in Eutin hatten auch rund 100 Bürgermeister und Vertreter von Verbänden und Interessengruppen teilgenommen. Ein dem vorgeschriebenen Planfeststellungsverfahren vorgeschaltetes Raumordnungsverfahren hätte nach Angaben Sagers den Vorteil, dass die so gefundene «raumverträglichste» Trassenvariante nicht einfach durch eine andere, billigere ersetzt werden kann. Auch die in einem Aktionsbündnis zusammengeschlossenen Gegner der geplanten Fehmarnbelt-Querung begrüßten diese Forderung. Dadurch würden die volkswirtschaftlichen Kosten des Verkehrsprojektes deutlich gemacht, sagte der Vertreter der NABU im Aktionsbündnis, Malte Siegert. Vor allem die Tourismusorte an der Lübecker Bucht befürchten durch den Ausbau der Bahnstrecke eine steigende Lärmbelastung und einen Rückgang der Gästezahlen. Die Bahn rechnet mit mehr als 200 Zügen pro Tag auf der zweispurig ausgebauten Strecke. Die von den Gemeinden geforderte Verlegung der Trasse, die als Hinterlandanbindung für die geplante feste Straßen- und Eisenbahnverbindung zwischen der Ostseeinsel Fehmarn und der dänischen Insel Lolland dienen soll, würde zwischen 1,1 und 1,2 Milliarden Euro kosten. Diese Zahlen wurden den Angaben zufolge am Donnerstag von Vertretern der Bahn genannt. Der ab 2018 geplante Ausbau der bestehenden Trasse wird derzeit mit rund 900 Millionen Euro veranschlagt. Der Bundesrechnungshof hatte im Sommer 2009 vor einer Verdoppelung der Kosten gewarnt. (dpa)
Ostholstein will Raumordnungsverfahren für Hinterlandanbindung
Stärkere Berücksichtigung gefordert: Unter wirtschaftlichen und sozialen Gesichtspunkten verträglichste Trassenvariante ermitteln