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premiumOnline-Boom stellt Logistiker vor Herausforderungen

Beim Deutschen Logistik-Kongress, der heute endet, haben Experten Lösungsansätze für den schnell wachsenden Lieferverkehr in den Städten diskutiert.

Lösungen für den innerstädtischen Lieferverkehr wurden auf dem 33. Deutschen Logistik-Kongress in Berlin diskutiert

Foto: BVL/Kai Bublitz

Berlin. Mit dem zunehmenden Online-Handel wächst auch der Zulieferverkehr in den Städten. Die Folge sind verstopfte Straßen, erhöhter Parkdruck und eine Zunahme von Emissionen. Bei den derzeitigen Lösungsansätzen spielen alternative Antriebe eine zentrale Rolle, weiterhin wird an der Bündelung von Transporten und der Entwicklung autonom fahrender Fahrzeuge gearbeitet.

Beim33. Deutschen Logistik-Kongress der Bundesvereinigung Logistik (BVL), der am heutigen Freitag endet, verfolgten die teilnehmenden Logistiker, Wissenschaftler und Stadtplaner die Idee, die innerstädtischen Verkehrsströme zeitlich und räumlich zu verlagern. „Ein Ansatz wäre, Zulieferverkehre etwa in die Nacht oder auf den frühen Morgen zu verlegen, weil dann auf den Straßen wenig los ist“, erklärte Jens Klauenberg vom Institut für Verkehrsforschung am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Berlin. Voraussetzung für diese Lösung sei jedoch ein funktionierendes Zusammenspiel aller beteiligten Akteure. Wolfang Lehmacher, Head of Supply Chain and Transport Industries beim World Economic Forum, sieht zudem keinen Grund, warum die Lieferungen in die Städte nicht in Zukunft voll autonom, also fahrerlos, funktionieren sollten, technisch sei dies bereits heute möglich.

Einsatz alternativer Antriebe

Um die Emissionsbelastung durch Abgase und Lärm zu reduzieren, raten Verkehrsforscher zu verstärktem Einsatz von Elektro- und Hybridfahrzeugen auf der letzten Meile. „Wir wissen etwa, dass die Transporter von Zulieferern aus dem Pharma-Bereich in der Regel Tagestouren von unter 100 Kilometern absolvieren“, sagte Jens Klauenberg. Bei solchen Lkw- oder Transporter-Touren sieht er Potenzial für den Einsatz von Fahrzeugen mit Elektroantrieb, deren maximale Reichweite den Anforderungen genügt. Für eine verträgliche Gestaltung der Verkehrsströme sieht Klauenberg die Notwendigkeit von zentralen Logistik-Centern vor den Stadtgrenzen und innerstädtischen Umschlaglagern, über die die städtische Versorgung organisiert wird.

Potenzial bei autonom fahrenden Fahrzeugen

Eine Entlastung des städtischen Verkehrs versprechen sich Experten auch durch den Einsatz autonomer Fahrzeuge. Studien zufolge ließen sich damit Staus sowie der Bedarf an Parkraum reduzieren. Aktuell testet beispielsweise das britische Unternehmen Starship Technologies in Hamburg und Düsseldorf einen Roboter, der Lasten bis zu 20 Kilogramm transportieren kann und eigenständig sein Ziel ansteuert. Allan Martinson, Chief Operating Officer bei Starship Technologies stellte auf dem Deutschen Logistik-Kongress die These auf: „Bürgersteige bieten großes Potenzial für autonom fahrende Robotersysteme.“

Rasmus C. Beck, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Metropolruhr, beschreibt die Herausforderung der City-Logistik folgendermaßen: „Die Bürger erwarten immer kürzere Lieferzeiten ihrer Waren, wünschen sich aber gleichzeitig freie Straßen und legen Wert auf eine saubere Umwelt.“ (tb)

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