Offener Tarifkonflikt bei der Lufthansa

22.03.2010 16:19 Uhr
Lufthansa
Lufthansa droht erneut ein Pilotenstreik
© Foto: Nigel Treblin

Vereinigung Cockpit wirft der Lufthansa vor, sich nicht an Vereinbarungen gehalten zu haben / Dem Unternehmen droht damit ein erneuter Streik der Piloten Mitte April

Frankfurt/Main. Die Vergütungs- und Manteltarifvertragsverhandlungen zwischen der Vereinigung Cockpit (VC) und der Lufthansa für das Cockpitpersonal der Fluggesellschaften Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings seien erneut ohne Ergebnis geblieben. Das erklärte die Gewerkschaft am Montagnachmittag. Die nach einem ersten Arbeitskampf im Februar wieder aufgenommenen Verhandlungen seien damit gescheitert. Die Lufthansa habe bislang nur eine 21-monatige Nullrunde und Verschlechterungen des Manteltarifs angeboten, ihrerseits aber gegen klare Abmachungen verstoßen, wirft die VC dem Verhandlungspartner vor. Die derzeit bestehende Sicherungsvereinbarung schreibe vor, dass unter der Dachmarke Lufthansa auf Passagierflugzeugen mit mehr als 70 Sitzen nur Mitarbeiter eingesetzt werden, die unter den Geltungsbereich des Konzerntarifvertrages fallen. „Die kontinuierliche Aushöhlung dieser Vereinbarung, beziehungsweise der offene Bruch dieses Vertrages muss zunächst gestoppt werden“, stellte die Vereinigung Cockpit klar. Die Belegschaft sei nicht bereit, lediglich die Versäumnisse und Fehler des Managements bei der Übernahme von defizitären Auslandstöchtern zu kaschieren, sondern werde ihre Zugeständnisse von der Sicherung der deutschen Arbeitsplätze und deren Entwicklungsperspektiven abhängig machen. Lufthanse betonte ihrerseits in einer Pressemitteilung, dass sie in ihrem Angebotspaket auf die von der Gewerkschaft geäußerte Sorge um die Sicherheit der Arbeitsplätze eingehe. Das Paket berücksichtige zudem die von der Vereinigung Cockpit in Aussicht gestellten Maßnahmen zur Verbesserung der Kostenstruktur und enthält außerdem ein Versorgungsanliegen der Gewerkschaft. In einem am 22. Februar vor dem Arbeitsgericht Frankfurt geschlossenen Vergleich hatten die Tarifparteien den konstruktiven Vorschlägen des Gerichts zugestimmt, unverzüglich und ohne Vorbedingungen an den Verhandlungstisch zurück zu kehren, um dort über Vergütung und Arbeitsbedingungen in deutschem Tarifgebiet zu verhandeln. Aus Rücksicht auf die Urlaubspläne der Kunden während der Oster-Feiertage und um dem Lufthansa Top-Management ausreichend Zeit einzuräumen, seinen bisherigen Kurs neu auszurichten, kündigt die Vereinigung Cockpit bereits heute an, ihre Mitglieder bei der Lufthansa Passage, der Lufthansa Cargo und der Germanwings zu einem viertägigen Streik von Dienstag 13. April 2010, 00:00 Uhr durchgehend bis Freitag 16. April 2010, 23:59 Uhr an allen deutschen Stationen aufzurufen. (dpa/ab)

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