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01.12.2016Transport + Logistik | Inland

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premiumOetker-Gruppe trennt sich von Hamburg Süd

Der Bielefelder Mischkonzern will seine Reedereisparte wegen anhaltender Verluste an den bisherigen Konkurrenten Maersk Line verkaufen.
Hamburg Süd

Hamburg Süd zählt nach der Übernahme des Containerbereichs der chilenischen Reederei CCNI in 2015 zu den zehn größten Containerreedereien weltweit

Foto: Hamburg Süd

Bielefeld. Die Dr. August Oetker KG trennt sich nach mehr als 80 Jahren von ihrem Geschäftsfeld Schifffahrt. Wie der Ostwestfälische Mischkonzern am Donnerstag mitteilte, will er die Reederei Hamburg Süd mit allen Aktivitäten, Tochtergesellschaften sowie dem wesentlichen Geschäftsvermögen verkaufen. Hamburg Süd zählt mit einem jährlichen Transportvolumen von rund 4,1 Millionen Standardcontainer (TEU) und einer Stellplatzkapazität von rund 625.000 TEU zu den zehn größten Containerlinienreedereien der Welt. Die Reederei trägt aktuell mit Erlösen von rund 6,1 Milliarden Euro knapp 50 Prozent zum Gesamtumsatz der Oetker-Gruppe bei.

Nach intensiven Gesprächen mit mehreren interessierten Parteien wurde ein Vorvertrag mit der dänischen Reederei Maersk Line A/S unterzeichnet, berichtete der Oetker-Konzern. In den kommenden Wochen soll parallel zur Durchführung der Due Diligence ein Kaufvertrag verhandelt werden. Anschließend muss das Vorhaben bei zahlreichen Kartellbehörden angemeldet werden. Der bisherige Eigentümer von Hamburg Süd geht davon aus, dass die Übernahme nach Vorliegen der erforderlichen Genehmigungen frühestens Ende 2017 wirksam werden kann. Über den Kaufpreis ist Stillschweigen vereinbart worden.

Hohe Verluste führen zu dem Entschluss

Anlass für den Verkauf der zweitgrößten deutschen Linienreederei nennt der Oetker-Konzern, dass die globale Containerlinienschifffahrt bei steigenden Überkapazitäten seit Jahren hohe Verluste auffährt. Trotzdem habe sich die Hamburg Süd im Vergleich zu ihren Wettbewerbern gut behauptet. Sie sei deutlich über dem Markt gewachsen und habe die Ausdehnung ihres Netzwerks sowie der Schiffs- und Containerflotte weitgehend aus dem eigenen Cashflow finanziert.

„Eigentümer und Geschäftsführung der Hamburg Süd müssen aber zur Kenntnis nehmen, dass die aktive Teilnahme an dem derzeit stattfindenden Konsolidierungsprozess der Branche einen noch höheren Kapitalbedarf nach sich ziehen würde“, heißt es in einer Pressemitteilung. Dies würde zudem den Risikoausgleich innerhalb der Oetker-Gruppe empfindlich stören.

Die Gesellschafter der Oetker-Gruppe hätten sich daher entschlossen, die Hamburg Süd in die Hände neuer Eigentümer zu geben. „Der globale Marktführer Maersk ist aus ihrer Sicht der ideale Partner, um das erfolgreiche Geschäftsmodell der Reederei zu bewahren und weiterzuentwickeln.“ Für Hamburg Süd fahren derzeit 189 Schiffe, davon 48 eigene. (ag)

Mehr zum Thema: Seefracht & Häfen, Hamburg Süd

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