23.06.2009 |

Oetker-Gruppe rechnet mit Verlusten in Reederei-Sparte

Bielefeld. Die Oetker-Gruppe muss im Krisenjahr 2009 ihre Investitionen zusammenstreichen. Sämtliche Investitionen, die nicht unbedingt nottäten, seien gestrichen worden, sagte Ernst Schröder, persönlich haftender Gesellschafter und Finanzchef der Dr. August Oetker KG, am Dienstag in Bielefeld. „Alle unsere Firmen liegen zurzeit unter ihren Umsatzplanungen.“ Die inzwischen auf 25,9 Prozent aufgestockte Beteiligung an dem Einzelhandelskonzern Douglas werde nicht weiter ausgebaut. Außerdem rechnet die Gruppe im laufenden Jahr mit Verlusten ihrer Reederei-Sparte Hamburg Süd. 2008 war der Gesamterlös um den Rekordwert von 19,3 Prozent auf rund 9,2 Milliarden Euro gestiegen.

Auf das Ergebnis wirke sich der hinter der Planung zurückgebliebene Umsatz allerdings noch nicht aus – „aufgrund rechtzeitig eingeleiteter Maßnahmen“, betonte Schröder. Mit Blick auf die gesamte Gruppe sagte Konzernchef August Oetker: „Es wird wohl die eine oder andere Entlassung geben, aber wir wollen keine Massenentlassungen.“ Vereinzelt gebe es auch Kurzarbeit.

Bei Hamburg Süd habe es Entlassungen in „begrenztem Umfang“ bisher nur im Ausland gegeben, sagte Ottmar Gast, Leiter der Schifffahrtssparte. „Im Vergleich zum Wettbewerbsumfeld würden wir mit moderaten Verlusten aber noch mit einem blauen Auge davonkommen.“ August Oetker bestätigte: „Ja, wir gehen davon aus, dass es dort Verluste geben wird.“

Das Reedereigeschäft hatte im Geschäftsjahr 2008 mit 48,2 Prozent den größten Anteil am Gesamtumsatz ausgemacht, gefolgt von Nahrungsmitteln mit 22,2 Prozent und Bier mit 17,8 Prozent. Angaben zum Ergebnis macht Oetker traditionell nicht. Schröder bezeichnete das Ergebnis des Geschäftsjahres 2008 allerdings als erfreulich. Nach Oetkers Worten war das vergangene Jahr das „zweitbeste in der Geschichte“ des Unternehmens.

Die Bilanz des ersten Quartals 2009 und die Erwartungen für das Gesamtjahr fallen bei Oetker verhalten, aber nicht pessimistisch aus. August Oetker, der seinen Posten zum 31. Dezember an seinen Bruder Richard abgibt, sagte: „Dieses Jahr wird sicher kein Superjahr, aber wir werden auch nicht in Tränen ausbrechen.“ (dpa)

 
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