22.02.2010 |

Österreich: Alpenstaat mit dem meisten LKW-Verkehr

Wien. Jedes Jahr fahren mehr als zehn Millionen LKW über die Alpen. Eine aktuelle Untersuchung des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ) zeigt, dass 61 Prozent davon die Route über Österreich nehmen. Damit sei die Belastung durch den LKW-Transit in Österreich fünf Mal so hoch wie in der Schweiz, teilte der Club mit. Allein über den Brenner fahren 20 Prozent aller alpenquerenden LKW. Der VCÖ spricht sich für eine rasche, gemeinsame Umsetzung der Alpentransitbörse aus.

Laut aktueller Daten der Europäischen Union fuhren2008 rund 10,6 Millionen LKW über die Alpen. Allein 6,4 Millionen benutzten dabei die sieben österreichischen Alpenübergänge. Der VCÖ macht darauf aufmerksam, dass das mehr als zweimal so viele sind wie in Frankreich und mehr als fünfmal so viele wie in der Schweiz.

"Von den fünf meist befahrenen Alpenpässe liegen vier in Österreich. Am stärksten ist der LKW-Verkehr über den Brenner mit mehr als zwei Millionen LKW, weitere 1,4 Millionen rollen über den Schoberpass", sagte Ulla Rasmussen, Expertin des VCÖ für Internationale Koordination. Über den Wechsel fuhren 1,19 Millionen LKW, über die Tauernroute waren es 1,05 Millionen.

Insgesamt wurden über die Alpen 206 Millionen Tonnen Güter transportiert, 67 Prozent davon auf der Straße. In Österreich beträgt der Anteil der Straße 69 Prozent, in der Schweiz nur 36 Prozent. "In der Schweiz werden zwei Drittel des Alpentransits auf der Schiene transportiert. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Die Schweiz hat eine deutlich höhere LKW-Maut als Österreich und die Schweiz hat beim Infrastrukturausbau der Schiene den Vorrang vor dem Straßenausbau gegeben", erklärte Rasmussen.

Der VCÖ fordere deshalb die Beschleunigung des Bahnausbaus. Eine Verschiebung von Schienenprojekten würde ansonsten dazu führen, dass noch mehr Transit-LKW durch Österreich fahren.

Zudem setzt sich der VCÖ für die rasche Umsetzung einer Alpentransitbörse ein. Dabei legen die Alpenstaaten eine Maximalzahl an LKW-Fahrten über die Alpen je nach Straßen- und Umweltkapazitäten fest. Eine begrenzte Anzahl von Transitfahrten wird jährlich versteigert, wobei die Transitgenehmigungen auf verschiedene Zeiträume und Alpenübergänge verteilt werden. "Die Alpentransitbörse ist für Österreichs Bevölkerung ein Schutz gegen zukünftige Transitlawinen. Die gemeinsame Umsetzung ist so rasch wie möglich zu starten", forderte Rasmussen. (ab)

 
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