Obama sagt Piraten den Kampf an

14.04.2009 11:36 Uhr
Barack Obama
Kapitän der „Maersk Alabama" fordert US-Präsident Obama zum Vorgehen gegen somalische Piraten auf
© Foto: ddp

US-Militärs befreien Kapitän des vor Somalia gekaperten Containerfrachters „Maersk Alabama“

Washington. US-Präsident Barack Obama sagt den Piraten am Horn von Afrika den Kampf an. „Ich will es ganz klar sagen, dass wir entschlossen sind, der Zunahme der Piraterie in dieser Region Einhalt zu gebieten“, sagte er nach der spektakulären Befreiung von US-Kapitän Richard Phillips durch US-Militärs. Die USA müssten „mit ihren Partnern zusammenarbeiten, um künftige Angriffe zu verhindern“. Zugleich signalisierte er, dass US-Militärs auf weitere Zusammenstöße vorbereitet sein müssten. Darüber hinaus müsse gewährleistet sein, dass die Piraten zur Verantwortung gezogen werden. Nach der Militäraktion vor der somalischen Küste wächst die Sorge um das Schicksal der anderen Geiseln in der Gewalt der Seeräuber. „Dadurch könnte die Gewalt in diesem Teil der Welt sprunghaft zunehmen, da besteht kein Zweifel“, sagte der amerikanische Vizeadmiral William Gortney laut britischer BBC vom Montag. Noch immer befindet sich mehr als ein Dutzend Schiffe mit mehr als 220 Menschen in Piratenhand, darunter die „Hansa Stavanger“ mit fünf Deutschen an Bord. US-Elitesoldaten hatten Phillips am Sonntag befreit. Marine-Scharfschützen erschossen drei der vier Piraten, die Phillips seit Mittwoch in einem Rettungsboot in ihrer Gewalt hatten. Der vierte Pirat ergab sich den US-Marinesoldaten. Er war zum Zeitpunkt der Befreiungsaktion an Bord der „Bainbridge“, offenbar um mit der Navy zu verhandeln. Die Staatsanwaltschaft wird nach Justizangaben prüfen, ob er vor ein amerikanisches Gericht gestellt wird. Es sei das erste Mal in der jüngeren Geschichte, dass sich ein Pirat, der einen US- Amerikaner angriff, in US-Gewahrsam befindet. Über den Start der Befreiungsaktion entschied laut US-Marine der an den Verhandlungen mit den Piraten beteiligte Kommandant des in der Nähe kreuzenden Zerstörers „USS Bainbridge“. „Er entschied, dass sich der Kapitän in höchster Gefahr befand, und die drei Piraten wurden getötet“, sagte Gortney. „Der Pirat, der sich zuvor ergeben hatte, wurde menschenwürdig behandelt; die drei anderen, die weiterhin kämpften, bezahlten mit ihrem Leben“, sagte Gortney. Ein somalischer Diplomat widersprach der amerikanischen Darstellung der Ereignisse. Vielmehr hätten die US-Soldaten einen Trick angewandt, sagte am Sonntag der somalische Vizekonsul in der jemenitischen Hafenstadt Aden, Hussain Haji Mahmud. Demnach hätten die Amerikaner zunächst einen der Piraten vom Rettungsboot auf das US-Kriegsschiff gelockt, um mit ihm angeblich über die Übergabe eines Lösegeldes verhandeln. Dann hätten sie gefordert, mit Kapitän Phillips telefonieren zu dürfen, um sicherzustellen, dass dieser noch lebt. Über Telefon sei Phillips nur zugerufen worden, in Deckung zu gehen, da die Aktion beginne. In diesem Moment eröffneten die Scharfschützen das Feuer auf die restlichen Piraten auf dem Rettungsboot.

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