04.01.2012 | Transport + Logistik

Nur langsame Fortschritte bei belgischen Maut-Plänen

Brüssel. Das belgische Vorhaben zur Einführung einer kilometerabhängigen LKW-Maut auf Autobahnen und Hauptverkehrswegen sowie einer verpflichtenden elektronischen Vignette für PKW kommt nur langsam voran. Es sei nicht sicher, ob die Maut wie geplant am 1. Januar 2013 starten könnte, ließ sich der wallonische Finanzminister André Antoine jetzt von der belgischen Zeitung „La Libre Belgique" zitieren.

In den kommenden drei Monaten soll das Beratungsunternehmen KPMG eine Studie vorlegen, die die Machbarkeit der vor knapp einem Jahr vorgestellten Pläne untersucht. Sollte die Studie positiv ausfallen, soll KPMG sich im Anschluss auf die Suche nach dem Unternehmen machen, das mit der technischen Umsetzung beauftragt wird. Die Unterlagen für die Ausschreibung werden bereits in den zuständigen Behörden vorbereitet.

Für LKW sehen die Pläne eine Ablösung der zurzeit gültigen Eurovignette durch eine kilometerabhängige Maut vor. Diese soll, anders als die Eurovignette, auch für LKW mit weniger als 12 Tonnen Gewicht gelten. Ähnlich wie in Deutschland soll die Abgabe mithilfe eines Satellitensystems errechnet werden. Mautpflichtig sollen alle Hauptverkehrsachsen werden, auf jeden Fall die Autobahnen. Welche anderen Straßen eventuell noch in das Mautsystem einbezogen werden, können die Regierungen der drei belgischen Regionen Flandern, Brüssel und Wallonie jeweils selbst bestimmen. Über die Höhe der Abgabe pro Kilometer ist noch nichts bekannt.

Bei PKW soll die Straßennutzungsgebühr durch eine elektronische Vignette eingezogen werden, die jeder Autofahrer verpflichtend kaufen muss. Allerdings ist die Vereinbarkeit der zurzeit verfolgten Pläne mit dem EU-Recht strittig. Denn für belgische Autofahrer soll gleichzeitig mit der Einführung der neuen Abgabe die KfZ-Steuer gesenkt werden. Die EU-Kommission hat schon angekündigt, darin eine unzulässige Benachteiligung ausländischer Straßennutzer zu sehen, weil Belgiern durch die gesenkte Steuer die Straßenmaut gleichsam wieder zurückerstattet werde.

In Belgien wird seit 1966 über die Einführung einer Straßennutzungsgebühr diskutiert. Zuständig für die Einrichtung einer solchen Maut sind die Regierungen der drei belgischen Regionen. In der Vergangenheit hatten sie sich nie auf ein gemeinsames Konzept einigen können. Es galt deshalb als ein großer Durchbruch, als sich die Regionen im Januar 2011 auf das jetzt noch gültige Konzept geeinigt hatten. (kw) 

 
Anzeige
 

Weitere Informationen

Kommentar verfassen

Regelmäßig werden online verfasste Kommentare in der VerkehrsRundschau veröffentlicht. Um sich für eine Veröffentlichung zu qualifizieren, geben Sie bitte Ihren vollen Namen und unter dem Kommentar Ihren Wohnort an. Herzlichen Dank!

 

04.01.2012Artikelinformationen

Social Networking
Schlagworte
Bildnachweis
(Foto: Fotolia/Huebi)

VerkehrsRundschau mobil

Gefahr/gut-Umfragegewinnspiel

Nehmen Sie jetzt an unserer kurzen Umfrage zur IMO Erklärung teil.

Sichern Sie sich einen von drei BestChoice-Einkaufsgutscheinen im Wert von 50,-€, einlösbar bei 200 Partnern in über 25.000 Filialen.

[Jetzt teilnehmen]

Beliebteste Meldungen

Beliebteste Galerien

Nachwuchsinitiative

Hallo Zukunft!

VerkehrsRundschau, Trucker und Gefahr/gut vermitteln zwischen Schülern, Lehrern und Unternehmen für eine Zukunft in der Logistik [Mehr Infos über Ausbildung in der Logistik]

Neueste Kommentare unserer Leser

  • 21.05.2012 | Transport + Logistik
    Nordeuropäische Transporteure fordern Aussetzung der Kabotage
    Glastaxi meint: Die dänischen Spediteure dürfen sich jetzt nicht aufregen, denen konnte es doch nicht wild und...[mehr…]
  • 19.05.2012 | Transport + Logistik
    Nordeuropäische Transporteure fordern Aussetzung der Kabotage
    Jürgen Auth meint: Es müsste folgende Bestimmung bei Kabotage eingeführt werden: Den Fahrern aus den Billiglohnländern...[mehr…]
  • 18.05.2012 | Transport + Logistik
    Gefährlicher Spatenstich für Bayerns Innenminister
    Deka 1803 meint: Was sagt uns dies: Von Dingen, von denen man keine Ahnung hat, sollte man tunlichst die Finger...[mehr…]
  • 18.05.2012 | Recht + Geld
    Bundesregierung plant Arbeitszeitgesetz für selbstständige Fahrer
    Thomas Flesch meint: Darf ich jetzt länger fahren?! Laut EU-Recht maximal 90 Stunden Lenkzeit in 2 Wochen und nach diesem...[mehr…]
  • 17.05.2012 | Transport + Logistik
    Nordeuropäische Transporteure fordern Aussetzung der Kabotage
    hans-ulrich Höfler meint: Als Betroffener kann ich dem nur beipflichten. Wer die Augen im Transportverkehr weit genug öfnnet,...[mehr…]

Twitter: vr_online

Der Twitter-Kanal der VerkehrsRundschau

vr_online auf Twitter abonnieren und unsere Redakteure halten Sie auf dem Laufenden - blitzschnell und kostenlos!
[Follow us!]

Fahrverbotskalender

Europäische Fahrverbote im Überblick

Unser Fahrverbotskalender gibt einen Überblick über die LKW-Fahrverbote in mehr als 25 europäischen Ländern. Der Kalender erscheint quartalsweise als Zugabe zur Printausgabe, er kann aber auch gesondert bezogen werden. Bestellen können Sie den Kalender außerhalb des Abos zum Preis von 9,80 Euro zzgl. Versand und Mehrwertsteuer unter 089/20 30 43 11 00 (Fax -2100) oder per Mail: vertriebsservice@springer.com.