Kiel. Schleswig-Holstein rüstet sich für den Bau der umstrittenen festen Fehmarnbelt-Querung. „Wir müssen uns auf diese Mammut-Aufgabe rechtzeitig vorbereiten, um das Querungsprojekt in Aufträge, Ansiedlungen und damit Arbeitsplätze zu verwandeln“, sagte Wirtschaftsminister Jost de Jager (CDU) am Donnerstag in Kiel. In den vergangenen Wochen sei geprüft worden, welche Häfen als Produktionsstätten für die Brücken- oder Tunnelelemente infrage kämen. Ziel sei es, mindestens einen der vier bis fünf sogenannten Bauhäfen nach Schleswig-Holstein zu holen. Welche Standorte ins Rennen gehen können, wollte de Jager nicht sagen. Sie müssen aber Tiefwasser-Häfen, ausreichend Landfläche für die Produktion und Zufahrtswege haben. Daher kommen in erster Linie Kiel, Lübeck und Flensburg infrage. „Je näher die Produktionsstätten sind, desto besser“, sagte der Geschäftsführer der dänischen Projektgesellschaft Femern A/S, Peter Lundhus. Die Bauteile können grundsätzlich aber überall in Europa gefertigt werden. Am kommenden Dienstag veröffentlicht Femern A/S die technischen Anforderungen an die Bauhäfen. Außerdem will die Deutsche Bahn am 21. Januar die verschiedenen Trassen-Varianten für die Schienen-Hinterlandanbindung vorstellen; im Frühjahr steht die Entscheidung an. Gegner des Projekts befürchten, dass die Durchfahrt von voraussichtlich täglich 160 Güterzügen dem Tourismus, Anwohnern und der Umwelt schaden wird. Außerdem halten sie das Projekt für zu teuer. Bislang sind 800 Millionen Euro für den Ausbau der Bundesstraße 207 auf Fehmarn und der Bahnstrecke zwischen Lübeck und Puttgarden veranschlagt. Laut Bundesrechnungshof könnten sich die Kosten aber verdoppeln. „Die geplante Fehmarnbelt-Querung ist und bleibt eine wirtschafts- und verkehrspolitische Geisterfahrt“, kritisierte der grüne Landtagsabgeordnete Andreas Tietze. Schleswig-Holstein werde ökonomisch und ökologisch einen hohen Preis zahlen. Offen ist noch, ob ein Tunnel oder eine Brücke Fehmarn und die dänische Insel Lolland verbinden wird. Die Entscheidung darüber solle Mitte 2011 fallen, kündigte Lundhus von Femern A/S an. Baubeginn ist für 2013 geplant, bis 2018 soll die Querung fertig sein. Während der Bauphase werden nach Einschätzung de Jagers jährlich 6000 bis 7000 Arbeitskräfte für die gesamte Querung benötigt. Je nach Variante soll die Verbindung zwischen 4,5 und 5,5 Milliarden Euro kosten. (dpa)
Norden rüstet sich für Fehmarnbelt-Querung
Wirtschaftsminister Jost de Jager mahnt frühe Vorbereitungen an / Ziel: Mindestens ein Bauhafen in Schleswig-Holstein