Norddeutsche Seehäfen: Hamburg soll beim Jade-Weser-Port mitmachen

17.09.2008 17:49 Uhr

Bremens Bürgermeister Jens Böhrnsen: Hafenlasten der deutschen Seehäfen müssen fair verteilt werden

Hamburg. Das Land Hamburg sollte sich am bremisch-niedersächsischen Gemeinschaftsprojekt Jade-Weser-Port beteiligen. Diesen Vorschlag unterbreitete Bremens Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD) vor Vertretern der Hamburger Hafenwirtschaft im Hafen-Club. Böhrnsen sprach sich auch dafür aus, dass die norddeutschen Küstenbundesländer viel stärker als bislang bei der Durchsetzung von verkehrspolitischen Forderungen gegenüber dem Bund in Erscheinung treten sollten. Das gelte vor allem für den unverzichtbaren Ausbau der Seehafen-Hinterland-Verbindungen. Der Bremer Bürgermeister verwies auf die seit Sommer 2007 in Betrieb befindliche neue, rein dem Schienengüterverkehr vorbehaltene Bahnstrecke Betuwelijn in den Niederlanden. Böhrnsen wörtlich: „Wir wollen auch so eine gute Anbindung. Unser gemeinsames Signal an den Bund muss sein: Die Funktionsfähigkeit unserer nationalen Häfen ist wichtiger als ein neuer Hauptbahnhof in Stuttgart.“ Der Bund habe bislang noch nicht richtig erkannt, dass der Boom beim Seegüterumschlag in den deutschen Häfen über eine leistungsstarke Hinterland-Infrastruktur abgefangen werden müsse. Eine weitere, wichtige Aufgabe für die norddeutschen Häfen besteht darin, gegenüber dem Bund sowie im Bundesrat deutlich zu machen, dass der Erfolg des deutschen seewärtigen Außenhandels an leistungsstarke Häfen gekoppelt sei. Das bedeutet: Die Küstenländer müssen viel stärker als bislang bei der Finanzierung der Hafenanlagen unterstützt werden. Böhrnsen wörtlich: „Die Hafenlasten müssen endlich fair verteilt werden.“ Nach der jetzt erfolgreich vollzogenen Inbetriebnahme des neuen Containerterminals 4 (CT 4) in Bremerhaven wartet das Land Bremen jetzt darauf, dass die Fahrrinnen-Vertiefung der Außenweser in Angriff genommen werden kann. Er rechnet damit, dass der Planfeststellungsbeschluss der zuständigen Wasser- und Schifffahrtsdirektion in Aurich (WSD-Nord) noch bis Jahresende auf den Tisch kommt. Die erneute Fahrrinnen-Anpassung bringt einen guten Meter mehr Tiefgang für die Schiffe. (eha)

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