13.04.2010 |

Norddeutsche Seehäfen: Ausbau der Bahninfrastruktur schreitet voran

Bremen/Hamburg. Die beiden großen norddeutschen Universalhäfen Hamburg und Bremen bauen ihre Eisenbahnkapazitäten weiter aus. So ist der auf dem linken Weserufer gelegene Güterbahnhof Bremen-Grolland ab sofort auch für den Einsatz von E-Loks gerüstet, womit zeit- und kostenaufwändige Lok-Umspann-Aktionen -von E-Traktion auf Diesel-Traktion und umgekehrt – entfallen. Zudem wurden umfassende Anpassungen an den Gleisen vorgenommen.Ab sofort stehen Ganzzug-lange Gleise (700 m) in ausreichender Anzahl zur Verfügung.

Die umfangreichen Baumaßnahmen, mit deren Umsetzung seit 2006 begonnen wurde, schlugen mit insgesamt 5,4 Millionen Euro zu Buche. Die Elektrifizierung konnte zusätzlich aus dem 2.Konjunkturprogramm der Bundesregierung finanziert werden. An diesen Kosten beteiligte sich zudem das Land Bremen. Bremens neuer Senator für Wirtschaft und Häfen Martin Günthner, erwartet, dass der Hafen- und Logistik-Standort Bremen-Stadt „in den kommenden Jahren erheblich von den jetzt beendeten Investitionsmaßnahmen profitieren wird“. In den Bremischen Häfen spielt der Verkehrsträger Bahn seit eh und je eine große Rolle. 2009 fielen im Bereich Bremen-Stadt rund fünf Millionen t auf der Schiene an. In Bremerhaven waren es im gleichen Zeitraum gut acht Millionen t.

Auch in Hamburg schreitet der Ausbau der Hafenbahnanlagen weiter voran, bestätigte Harald Kreft, Leiter der Hafenbahn bei der Hamburg Port Authority (HPA) gegenüber der VerkehrsRundschau. 2009 gab die HPA rund 27,4 Millionen Euro für die Erneuerung und Sanierung weiterer Abschnitte der Hafenbahn aus. Damit konnten gut 32,8 Km Gleisstrang sowie 66 Weichen ausgetauscht werden. Neben Schienen und Weichen wurde auch die Signaltechnik weiter erneuert. Zudem optimierte die HPA ihre IT-Strukturen. Die Netz-Arbeiten sind damit nicht abgeschlossen. So steht in Hamburg zum Beispiel der Bau von zwei neuen großen Brücken an, die neben dem Straßenverkehr auch dem Schienengüterverkehr dienen müssen. Bei der HPA laufen zudem die Planungen für den Bau einer Service-Einrichtung -früher hätte man von einer Lok-Werkstatt gesprochen -auf Hochtouren. Diese Einrichtung, die bereits 2011 ihrer Bestimmung übergeben werden soll, wird vor allem den Nutzern des Hafenbahnnetzes zugute kommen. Sie werden dort künftig Wartungsarbeiten durchführen können, ohne dass sie dann noch weit entfernte Werkstätten ansteuern müssen.

Hamburg steht, was die Zulassung Dritter zum Schienennetz angeht, im europäischen Vergleich geradezu mustergültig da. Kreft: „Wir haben aktuell Konzessionen an 74 unterschiedliche Eisenbahnverkehrs-Unternehmen (EVU) ausgestellt. Im April 2009 waren es noch 60. Die nächste Zielgröße für uns sind 100.“ Zum Vergleich: In den Niederlanden sind es aktuell um die 14 EVU. Im Hafen Antwerpen, der ebenfalls eine starke Eisenbahn-Dominanz hat, sind es noch nicht einmal fünf. Grundsätzlich lässt sich sagen: Die EVU-Vielfalt in Hamburg bewirke unterm Strich mehr Menge, auch wenn es zwischen den einzelnen Gesellschaften Wettbewerb gibt.

Im Landkreis Harburg, der im Süden direkt an Hamburg grenzt, sind die Arbeiten am 3.Gleis der wichtigen Bahnstrecke Hamburg-Hannover inzwischen voll angelaufen. Darüber hinaus wird der für den Hamburger Hafen wichtige Rangierbahnhof Maschen umfassend umgebaut und für größere Mengen ertüchtigt.(eha)

 
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13.04.2010Artikelinformationen

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