28.09.2009 |

Niedersachsen: Verkehrsgewerbe fordert 3000 neue Lkw-Parkplätze

Hannover. Das Verkehrsgewerbe in Niedersachsen hat angesichts des Parkplatzchaos an Autobahnen einen massiven Ausbau von Lkw-Stellplätzen gefordert. „Alleine in Niedersachsen fehlen rund 3000 Parkplätze“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbands Verkehrsgewerbe, Bernward Franzky, der Deutschen Presse-Agentur dpa in Hannover. „Die derzeitige Situation ist für die Lkw-Fahrer unerträglich.“ Derzeit gebe es nur 4500 Stellplätze auf Raststätten, Autohöfen oder Parkplätzen. Dies reiche für Niedersachsen als wichtiges Transitland aber bei weitem nicht aus. Bundesweit müssten 30.000 neue Plätze eingerichtet werden.

„Die fehlenden Lkw-Stellplätze sind für jeden Kraftfahrer und jeden Unternehmer eine existenzielle Frage“, sagte Franzky. „Jeder Kraftfahrer steht jeden Tag vor der Frage, wie er seine Lenk- und Ruhezeiten einhalten soll.“ Wegen des ständigen Kampfes um Rastplätze hätten die Lkw-Fahrer kaum Gelegenheit, einmal abzuschalten. Dies verschärfe noch den durch den Termindruck ohnehin großen Stress. „Das ist für die Verkehrssicherheit nicht förderlich.“

Der Politik warf Franzky Untätigkeit vor. „So geht man nicht mit Menschen um, die einen unglaublich schweren Job zu erledigen haben. So geht man auch nicht mit Unternehmen um, die alleine durch die Maut und die Mineralöl- und Mehrwertsteuer dem Staat einen höheren Beitrag einbringen, als dieser in die Autobahnen investiert.“

Skeptisch reagierte Franzky auf die Ankündigung von Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD), bis 2012 bundesweit mindestens 11 000 neue Lkw-Stellplätzen zu errichten. „Tiefensee hat bislang viel angekündigt, aber wenig gehalten.“

Franzky sagte zudem: „Selbst wenn 11.000 neue Stellplätze geschaffen werden, fehlen immer noch 20.000.“ In den nächsten zehn Jahren nehme der Güterverkehr auf der Straße um 50 bis 60 Prozent zu. Die Genehmigungsverfahren für neue Stellplätze aber seien bislang zu schwierig und langwierig. Außerdem gebe es häufig von Kommunen oder Straßenbauverwaltungen Widerstand gegen private Initiativen, die etwa Autohöfe mit neuen Stellplätze bauen wollten.

Franzky schlug vor, zum Beispiel Parkplätze auf dem Messegelände in Hannover als Lkw-Stellplätze zu nutzen, wenn keine Messe stattfinde. „Dann müsste man zwar sanitäre Anlagen bauen, dies wäre aber viel billiger, als an Autobahnen neue Plätze einzurichten.“ Auf Parkplätze in Gewerbegebieten am Rande von Autobahnen könnten genutzt werden.

 
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