18.01.2010 |

Niedersachsen sieht Y-Trasse nicht gefährdet

Hannover. Trotz angeblicher Streichpläne der Deutschen Bahn sieht das Land Niedersachsen den Bau der Y-Trasse nicht gefährdet. Für den Bau der milliardenteuren Schnellstrecke von Hannover Richtung Hamburg und Bremen gebe es die Zusage von höchster politischer Ebene, sagte ein Sprecher des Verkehrsministeriums am Montag in Hannover. Das Planverfahren werde vorbereitet. Mehrere Zeitungen berichteten unter Berufung auf ein internes Bahnpapier, dass wegen der staatlichen Finanznot wichtige Schienenprojekte auf dem Prüfstand stehen, darunter auch in Niedersachsen.

„Es gibt bei der Bahn keine Streichliste“, sagte ein Bahnsprecher in Berlin. „Fakt ist, dass wir in den nächsten Jahren ganz erheblichen Investitionsbedarf im Netz der DB sehen. Darin sind wir uns mit dem Bundesverkehrsministerium einig.“ Zur Y-Trasse wollte die Bahn nichts sagen. Dem Bundesverkehrsministerium ist nach eigenen Angaben keine Streichliste für Schienen-Projekte bekannt. Ein Ministeriumssprecher sagte, Ressortchef Peter Ramsauer (CSU) sei bisher keine Streichliste vorgelegt worden. Allerdings werde im Ministerium derzeit ein Bedarfsplan für den gesamten Verkehrsbereich erstellt, also auch für die Bahn.

Das vertrauliche Papier, aus dem die Zeitungen zitieren, soll für ein Spitzengespräch von Bahnchef Rüdiger Grube mit Minister Ramsauer Ende November vorbereitet worden sein. Der Minister gab dem Land Niedersachsen noch nach diesem Treffen eine Zusage zum Bau der Y-Trasse. Der Bund ziehe sich nicht aus der Finanzierung der Strecke zurück, hieß es Ende Dezember in einem Schreiben Ramsauers. Finanzminister Wolfgang Schäuble versicherte Ministerpräsident Christian Wulff (beide CDU) ebenfalls Ende Dezember, Planungsgeld für die Y-Trasse zu zahlen, um den Weg für das Großvorhaben freizumachen.

Erste Planungen für die Y-Trasse begannen in den neunziger Jahren. Die ursprünglich alleine für eine schneller Fahrt der ICE-Züge gedachte Strecke wird nun auch als wichtige Entlastung für den wachsenden Güterverkehr gesehen. (dpa)

 
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