04.12.2009 |

Niedersachsen: Bahn muss Y-Trasse schnell planen

Hannover/Berlin. Nach der Finanzierungszusage des Bundes für die Gleisanbindung der norddeutschen Seehäfen hat das Land Niedersachsen von der Bahn eine schnelle Reaktion gefordert. "Wichtig ist, dass die Bahn nun auch unverzüglich mit den Planungen beginnt", teilte der niedersächsische Verkehrsminister Jörg Bode (FDP) am Freitag in Hannover mit. Die sogenannte Y-Trasse Hannover-Bremen/Hamburg sei ein "wichtiger Baustein im verkehrspolitischen Gesamtkonzept", um die Häfen in Hamburg, Bremen und Wilhelmshaven an die Wirtschaft im Hinterland anzubinden.

Nach einigen Verzögerungen hatte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) der Planung eine Anschubfinanzierung von 20 Millionen Euro gewährt. Eine Sprecherin der Bahn sagte der Deutschen Presse-Agentur dpa am Freitag in Frankfurt am Main: "Wir begrüßen, dass die Planungsmittel jetzt bereitgestellt worden sind. Wir halten die Y-Trasse für eine unverzichtbare Maßnahme und ein sehr wichtiges Projekt." Wenn die Finanzierungsvereinbarung unterschrieben worden sei, stehe einem raschen Projektstart seitens der Bahn nichts im Weg.

Ramsauer ließ in Hamburg mitteilen: "Ich bin froh, dass die Signale für die Planung der Y-Trasse jetzt auf Grün stehen." Die Finanzhilfe sei ein klares Zeichen an die norddeutschen Küstenländer. Nach der Wirtschaftskrise werde der Warenstrom wieder ansteigen. "Wir müssen verhindern, dass die Container dann durch Nadelöhre zu unseren Häfen transportiert werden müssen." Ramsauer bezeichnete die Y-Trasse als Meilenstein für die Stärkung des Güter- und Personenverkehrs auf der Schiene. Dem "Hamburger Abendblatt" sagte der CSU-Politiker: "Ich bin froh, dass wir jetzt einen großen Fortschritt erzielt haben."

Verzögerungen bei Freigabe der Finanzhilfen

Zuvor hatte es Verzögerungen bei der Freigabe der Finanzhilfe gegeben. Das Berliner Bundesverkehrsministerium begründete den Aufschub im November mit einer Prüfung des Bundesverkehrswegeplans. Die in Aussicht gestellte Y-Bahntrasse von Hannover Richtung Bremen und Hamburg erhitzt seit Jahren die Gemüter. Vertreter von Politik und Wirtschaft plädieren für die Trasse, deren Streckenführung auf der Landkarte an die Form eines Ypsilons erinnert. Ihre Route soll von Hannover entlang der Autobahn 7 weiter Richtung Norden führen und in die Bahnstrecken Bremen-Hamburg und Soltau-Bremen münden.

Die IHK Lüneburg-Wolfsburg begrüßte die Finanzierungszusage des Bundes. "Ohne die Y-Trasse als Bestandteil einer leistungsfähigen deutschen Hafenhinterlandanbindung droht ein Bedeutungsverlust für die norddeutschen Häfen gegenüber anderen europäischen Standorten", ließ IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Zeinert per Schreiben erklären.

Kritiker: Strecke zu teuer und zu spät

Von der ursprünglich allein für eine schnellere Fahrt der ICE-Züge Richtung Norden konzipierten Strecke erhoffen sich die Planer Entlastungen auch für den in der Zwischenzeit stark gewachsenen Güterverkehr. Kritiker wie der Fahrgastverband Pro Bahn bezweifeln dies. Sie argumentieren, die Strecke sei viel zu teuer und werde für eine Bewältigung der Containerflut viel zu spät fertiggestellt.

Erste Vorarbeiten für das Planfeststellungsverfahren wurden bereits veranlasst. Für den Bau der Strecke waren vor Jahren 1,28 Milliarden Euro veranschlagt worden - inzwischen werden die Kosten weitaus höher geschätzt. Das niedersächsische Verkehrsministerium rechnet mit einer Fertigstellung nicht vor dem Jahr 2020. (dpa)

 
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