29.07.2009 |

Niederlande wollen Infoplattform für begaste Seecontainer

Amsterdam. Der niederländische Verlader- und Logistik-Verband EVO räumt dem sicheren Umgang mit begasten Seecontainern einen hohen Stellenwert ein. „In den Unternehmen besteht nach wie vor eine große Verunsicherung über die aktuelle Vorschriftenlage und über zu ergreifende Schutzmaßnahmen“, erklärte die Organisation am Dienstag. Als Konsequenz will sie noch bis zum Ende des Sommers eine zentrale Plattform schaffen, die sowohl als Ratgeber für die Wirtschaft als auch als Entwickler von Richtlinien und Normen zum Thema „Begaste Container“ auftreten wird.

An dieser Informationsplattform werden zahlreiche Verbände und Organisationen aus Handel, Logistik sowie den Gewerkschaften mitwirken. Die Initiative wird von der niederländischen Umweltministerin Jacqueline Cramer (PvdA) ausdrücklich begrüßt.

In den Niederlanden werden nach Schätzungen der Dienstleistungsgewerkschaft FNV Bondgenoten jährlich rund 600.000 begaste Container geöffnet, in denen sich starke Luftschadstoffkonzentrationen befinden können. Aus Sicht der Gewerkschaft sind das „unhaltbare Zustände“. Sie fordert daher unter anderem harte Strafen bis hin zum Import-Verbot, sollte ein Hinweis auf begaste Container durch Aufkleber und entsprechende Warnungen in den Frachtdokumenten bewusst unterlassen werden. Zudem müssten die staatlichen Kontrollen in den Niederlanden verschärft werden.

Die Begasung der Boxen erfolgt in Übersee, um einen Schädlingsbefall der containerisierten Ware während des Seetransportes zu unterbinden. Vor alle China pflegt einen hemmungslosen Einsatz von Gasen wie zum Beispiel des in der EU verbotenen, lebensgefährdenden Methylbromids. Gefährdet sind vor allem all jene Personen, die einen direkten Erstkontakt mit dem Container beziehungsweise dessen Inhalt haben wie Hafenarbeiter, der Zoll oder auch LKW-Fahrer. Untersuchungen haben ergeben, dass die in Übersee eingesetzten Gase sogar noch bis in die Ware eindringen und diese belasten. (eha)

 
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