01.04.2010 | Transport + Logistik

Niederlande: Erste E-Tankstelle an Autobahn

Zaltbommel. Auch die Niederlande setzen mittel – und langfristig auf Elektromobilität als Alternative beziehungsweise Ergänzung zum herkömmlichen Verbrennungsmotor. Die seit 1938 bestehende Shell-Tank- und Rastanlage De Lucht verfügt im Zuge der stark befahrenen Autobahn A 2 (bei Zaltbommel, d.Red.) ab sofort über eine Schnelllade-Station (niederländisch: Elektrisch Oplaadpunt=EOP) für batteriebetriebene Fahrzeuge. Es ist die erste Anlage, die auf einer Tank-und Rastanlage im Verlauf des niederländischen Autobahnnetzes zur Verfügung steht.

Mit ihrer Einrichtung will Tankstellen-Pächter Clemens van Hulten dem Trend zu einer wachsenden Verbreitung von E-Fahrzeugen in den Niederlanden Rechnung tragen. Dabei verstehe die Investition, die auf seine Initiative hin zustande kam, als "Pionierleistung". Der E-Station werde es möglich sein, die Reichweite von E-Fahrzeugen zu erhöhen, so van Hulten.

Die Technik selbst wurde von der niederländischen Firma Mister Green aus Amsterdam geliefert. Sie kümmert sich auch um die Wartung der rund 6000-Euro-teuren Anlage. Das rund fünf Jahre alte Unternehmen hat sich mit verschiedenen Dienstleistungen auf das Thema Elektromobilität konzentriert. Zu seinen Kunden gehören unter anderem der Flughafen Amsterdam-Schiphol sowie der KEP-Dienstleister TNT. Als Stromlieferant tritt der Energiekonzern EON auf. Er versichert, dass der Strom als "grüner Strom" erzeugt werde.

Die Nutzung der E-Tankstelle, so das Versprechen des Tankstellen-Pächters, sei denkbar einfach. Das gelte auch für die Bezahlung. Das Nachladen einer Batterie beläuft sich, je nach Entladezustand des Akkus, auf 45 Minuten bis hin zu vier Stunden.

In den Niederlanden sind nach Aussage des Mobilitäts-Verbandes Bovag derzeit rund 150 E-Fahrzeuge unterwegs, und zwar sowohl PKW als auch Lieferfahrzeuge. "Wir gehen davon aus, dass dass E-Mobilität in unserem Land bis 2020 zur Normalität gehören wird",so Gijs Bosman, Bovag-Sprecher zur VerkehrsRundschau. Die weitere Akzeptanz hänge auch von den technischen Fortschritten, allen voran bei der Leistungsfähigkeit der Akkus, ab. Auch die Preisentwicklung bei E-Fahrzeugen werde eine sehr wichtige Rolle spielen.

In den Niederlanden sollen in den kommenden drei Jahren rund 10.000 Schnelllade-Stationen eingerichtet werden. Städte wie Amsterdam verfolgen dabei auf dem Gebiet der Elektromobilität sehr ehrgeizige Ziele. (eha)

 
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(Foto: Bovag/Niederlande)

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