Die Güterverkehrstochter der Bahn steckt in einer wirtschaftlichen Krise. Berichte über den Abbau Tausender Stellen insbesondere im operativen Bereich hat DB-Cargo-Chefin Sigrid Nikutta nun aber zurückgewiesen.
Stellenstreichungen in der Verwaltung aber denkbar
Das sei ebenso wenig geplant wie die Einstellung des unwirtschaftlichen Einzelwagenverkehrs, teilte sie am Dienstag den 18. Juli der Deutschen Presse-Agentur mit. „Die öffentlichen Spekulationen über einen massiven Stellenabbau bei der DB Cargo verunsichern die Mitarbeitenden unseres Unternehmens ebenso wie unsere Kundinnen und Kunden“, sagte Nikutta.
Um zu sparen, seien allerdings Stellenstreichungen insbesondere in der Verwaltung denkbar, hieß es weiter - dann allerdings in deutlich geringerem Umfang als von Gewerkschaftsseite zuletzt befürchtet.
Einzelwagenverkehr gilt als teuer
Auch zum sogenannten Einzelwagenverkehr bekannte sich Nikutta. Dabei werden einzelne Waggons bei den Unternehmenskunden abgeholt und in Rangierbahnhöfen zu langen Zügen zusammengestellt.
Die Deutsche Bahn ist der größte und in Deutschland fast der einzige Anbieter dieses Transportmodells. Es gilt als teuer und als wirtschaftlich nicht tragfähig. Dennoch sei eine Zerschlagung dieses Geschäftsbereichs nicht geplant, betonte die Managerin.
Förderprogramm und DAK als mögliche Lösung?
Sie verwies auf das geplante neue Förderprogramm der Bundesregierung für den Einzelwagenverkehr im Rahmen des Haushaltsplans 2024. Damit werde die Wettbewerbsfähigkeit des Angebots im Vergleich zur Straße deutlich gestärkt. Das neue Förderprogramm werde die „Brücke bilden bis zur Migration auf die Digitale Automatische Kupplung (DAK)“. Mit dieser Technik können Güterwaggons deutlich schneller und sichererer aneinander gekoppelt werden.
Die Branche erhofft sich von der DAK finanziell und zeitlich erhebliche Einsparungen. Europa ist der einzige Kontinent, in dem die jahrzehntealte Technik derzeit noch nicht über Pilotversuche hinaus eingesetzt wird.
DB Cargo schreibt seit Jahren rote Zahlen. Im vergangenen Jahr lag der Verlust mit fast 860 Millionen Euro mehr als doppelt so hoch wie im Jahr davor.