15.09.2009 |

Martinair übernimmt Frachterflotte von Air France-KLM

Paris/Amsterdam. Die zur Air France-KLM-Gruppe gehörende holländische Fluggesellschaft Martinair wird sämtliche Frachtflieger von Air France und KLM übernehmen. Wie die VerkehrsRundschau am Dienstag aus Branchenkreisen erfuhr, soll der Flugzeugtransfer nach innerhalb der kommenden zwei Jahre abgewickelt werden. Weder Air France noch KLM wollen diesen Vorgang derzeit kommentieren. Weitere Einzelheiten werden voraussichtlich auf einer Pressekonferenz am kommenden Montag in Amsterdam mitgeteilt.

Sollte das Projekt wie geplant abgewickelt werden, würde Martinair – mit Ausnahme der Expressdienste Fedex, UPS, DHL und TNT – zum größten Betreiber von Frachtflugzeugen. Die Gesellschaft verfügt gegenwärtig über vier B747-400F sowie sieben MD-11F. Durch den bevorstehenden Transfer der Teilflotten von Air France Cargo und KLM Cargo würde sich diese Zahl auf insgesamt 29 Großfrachter erhöhen – achtzehn B747-400F, zwei 747-200F, zwei B777F und sieben MD-11F. Zum Vergleich: Die Lufthansa Cargo verfügt über eine Flotte von neunzehn MD-11F-Fliegern.

Die Airlines Air France und KLM werden sich künftig auf den Transport von Luftfracht in den Unterflurkammern ihrer Passagierflugzeuge sowie – im Falle KLMs – in der sechzehn Einheiten umfassenden Kombi-Flotte (2/3 Passagiere, 1/3 Cargo) konzentrieren.

Air France-KLM zieht Konsequenzen aus Rekordverlusten im Luftfrachtgeschäft

Anlass der bevorstehenden Trennung von ihren Frachterflotten sind die dramatischen Verluste, die Air France-KLM Cargo im Geschäft mit Boxen und Containern in den zurückliegenden Monaten verbuchen musste. So verlor die Frachtdivision im 1. Halbjahr 2009 insgesamt 363 Millionen Euro. Sie reagierte mit Flugzeugstilllegungen und Jobstreichungen.

Martinair verfügt im Vergleich über eine günstigere Kostenstruktur und kann die Frachtflugzeuge deshalb voraussichtlich rentabler betreiben. Die von Martin Schröder 1958 als Martin’s Air Charter in Amsterdam gegründete Fluggesellschaft wurde vergangenen Januar vollständig von der KLM übernommen und wird seitdem unter Beibehaltung des bisherigen Namens in den Luftfahrtkonzern AF-KLM integriert. (hs)

 
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