MAN verhandelt mit Betriebsrat über Kurzarbeit

19.11.2008 13:45 Uhr
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© Foto: MAN

Vorstand plant offenbar allein im ersten Halbjahr 2009 rund 50 Schließtage in allen Werken

München. Der Maschinenbau- und Nutzfahrzeugkonzern MAN verhandelt nach einem Auftragseinbruch im dritten Quartal mit dem Betriebsrat über Kurzarbeit in seinen Werken. Im Gespräch sei beispielsweise eine Verlängerung der Weihnachtsferien, sagte ein MAN- Sprecher am Mittwoch in München. Welche Werke betroffen sind, stehe noch nicht fest. In einem Schreiben des Betriebsrates von MAN Salzgitter an die Mitarbeiter heißt es, der Vorstand plane allein im ersten Halbjahr 2009 rund 50 Schließtage in allen Werken. Insgesamt beschäftigt der Konzern rund 32.000 Menschen an seinen deutschen Standorten München, Salzgitter, Nürnberg, Gustavsburg (Hessen) und an anderen Orten. Jeweils freitags solle den Plänen zufolge in der ersten Hälfte 2009 in den Werken nicht gearbeitet werden, zusätzlich seien drei Blöcke von jeweils zwei Wochen Ferien im Februar, April und Juni geplant. Die Verhandlungen mit der Geschäftsleitung seien aber schwierig, heißt es in dem Papier des Betriebsrates. MAN leidet vor allem unter der schwachen Nachfrage nach Bussen und Lastwagen. Zwischen Juli und September ging der Auftragseingang in der Nutzfahrzeugsparte um fast 40 Prozent zurück. Grund dafür war nach Angaben von MAN auch die zögerliche Haltung der Banken bei der Kreditvergabe, die es den Kunden immer schwerer mache, an Geld für neue Lastwagenkäufe zu kommen. Wegen der schlechten Auftragslage hatte das Unternehmen vor drei Wochen bereits den Abbau eines Großteils seiner mehr als 3000 Zeitarbeitsstellen angekündigt. Ein Stellenabbau bei der Stammbelegschaft sei aber kein Thema, hieß es. Ähnlich wie auch BMW kann MAN Arbeitszeitverkürzungen durch den Abbau von Arbeitszeitkonten abfedern. Vor zwei Jahren hatte der Konzern längere Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich eingeführt und dafür im Gegenzug zugesichert, bis zum Ende der Laufzeit 2012 auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten. "Unser Standortsicherungstarifvertrag schützt uns", schrieb der Betriebsrat an die Mitarbeiter. (dpa)

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