29.04.2010 |

MAN sieht Zeichen einer Erholung

München. Wie die Konkurrenz spürt auch MAN nach den ersten drei Monaten des Jahres eine Erholung der arg gebeutelten Nutzfahrzeugbranche. Zugleich kündigte Konzernchef Georg Pachta- Reyhofen am Donnerstag in München an, eine engere Zusammenarbeit mit dem schwedischen Lastwagenbauer Scania zu prüfen - allerdings nur auf technischer Ebene. Die Volkswagen-Tochter Scania hatte wie die Konkurrenten Volvo und Daimler zuletzt ebenfalls eine Belebung des Geschäfts vermeldet.

MAN legte nach dem schweren Krisenjahr im ersten Quartal vor allem dank seines starken Brasiliengeschäfts zu und steigerte verglichen mit dem schwachen Vorjahresquartal Auftragseingang, Umsatz und das operative Ergebnis. Dennoch bleibt der Münchner Lastwagen- und Dieselmotorenhersteller vorsichtig optimistisch für das Gesamtjahr.

„Die Signale für eine Erholung sind noch verhalten, mehren sich aber“, sagte Pachta-Reyhofen. Er rechne mit einer Fortsetzung des positiven Trends, auch auf den besonders hart von der Krise getroffenen europäischen Märkten. Im ersten Quartal profitierte der Dax-Konzern vor allem von dem im vergangenen Jahr von VW übernommenen Brasiliengeschäft sowie den kleineren Sparten Diesel und Turbo. Die vor allem auf Europa konzentrierte Marke MAN Nutzfahrzeuge fuhr dagegen erneut einen operativen Verlust ein. Unterm Strich blieben konzernweit nur 49 Millionen Euro, nach 181 Millionen Euro im Vorjahr. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich in den ersten drei Monaten um 22 Prozent auf 3,12 Milliarden Euro und blieb in etwa auf dem Niveau der Vorquartale.

Auftragseingang zieht um 54 Prozent an

Der für die Zukunft wichtige Auftragseingang zog im Auftaktquartal um 54 Prozent an. In den Vorjahreswerten ist das Brasiliengeschäft allerdings erst ab dem zweiten Quartal enthalten. In den ersten drei Monaten 2010 verzeichneten aber auch die anderen Sparten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum höhere Auftragseingänge. MAN rechnet auch in Zukunft mit kräftigen Zuwächsen in Südamerika.

Pachta-Reyhofen hält in den kommenden Monaten ein engeres Zusammenrücken mit Scania und Volkswagen für sinnvoll. „Eine intensive technische Zusammenarbeit auf Produktebene ist für alle Partner von Vorteil“, sagte der MAN-Chef. Über konkrete Projekte müssten nun Gespräche geführt werden. Mögliche Einsparungen durch die Zusammenarbeit wollte er nicht beziffern. Auf der Hauptversammlung Anfang April hatte der Manager noch gesagt, es gebe keine konkreten Projekte für eine Zusammenarbeit mit Scania.

Volkswagen ist zu knapp 30 Prozent an MAN beteiligt und hält die Stimmenmehrheit bei Scania. An den Schweden hält MAN einen Anteil von rund 17 Prozent. MAN- und VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piech hatte auf der Hauptversammlung nachdrücklich deutlich gemacht, dass er eine enge Kooperation beider Hersteller befürwortet. Pachta-Reyhofen betonte, dass eine Änderung der Besitzverhältnisse kein Thema sei. Bei der Kooperation gehe es einzig um technische Fragen. (dpa)

 
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