30.11.2009 |

MAN Nutzfahrzeugchef Weinmann geht

München. Anton Weinmann hat mit sofortiger Wirkung und auf eigenen Wunsch seine Ämter als Vorsitzender des Vorstandes der MAN Nutzfahrzeuge AG und als Mitglied des Vorstandes der MAN SE niedergelegt. Das Wohl des Unternehmens stehe für ihn im Vordergrund, erklärte der Nutzfahrzeug-Chef in einer Unternehmensmitteilung. "Daher bin ich zu der Überzeugung gekommen, dass ich einen personellen Neuanfang der MAN mittragen werde", sagte Weinmann. Weinmann gehörte dem Unternehmen mehr als 28 Jahre an und führte die strategische Ausrichtung der MAN Nutzfahrzeuge Gruppe auf Internationalisierung und Wachstum an.

Arbeitnehmervertreter bedauerten Weinmanns Rückzug und zollten ihm für seine Entscheidung Respekt. "Für den Gesamtkonzern, die Nutzfahrzeugsparte und insbesondere für das Stammwerk in München bedeutet dieser Schritt einen herben Verlust", hieß es auf der Internetseite der IG Metall Bayern. Auch Konzernbetriebsratschef Jürgen Dorn erklärte: "Die Mitbestimmungsgremien verlieren mit Herrn Weinmann nicht nur einen verlässlichen Verhandlungspartner, der sein gegebenes Wort hält. Mit Anton Weinmann verlässt auch ein Mensch das Unternehmen, der einen wichtigen Beitrag zu einer Verhandlungskultur auf Augenhöhe zwischen Vorstand und Arbeitnehmervertretern geleistet hat."

Zuvor hatte auch MAN-Chef Hakan Samuelsson seinen Posten geräumt und damit die Verantwortung für die Schmiergeld-Affäre übernommen, die den Konzern seit Mai erschüttert. Zudem kündigte Finanzvorstand Karlheinz Hornung seinen Rücktritt an. Auch Weinmanns Abgang hatte sich in den vergangenen Tagen bereits abgezeichnet. Medienberichten zufolge wurden ihm und Hornung Versäumnisse bei der Aufarbeitung des Skandals angelastet. Zugleich war aber spekuliert worden, dass der mächtige VW- und MAN-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch die Affäre für einen personellen Neuanfang nutzt. Er will die Lkw-Allianz zwischen Volkswagen, MAN und dem schwedischen Lkw-Bauer Scania vorantreiben. Volkswagen ist größter MAN-Aktionär und hält mehr als 70 Prozent der Stimmrechte bei Scania. (tk/dpa)

 
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