09.07.2010 |

MAN-Chef: Kontinuierliche Erholung im Nutzfahrzeuggeschäft

Frankfurt/München. Der Maschinenbau- und Nutzfahrzeugkonzern MAN bleibt für das laufende Jahr zuversichtlich. Das europäische Nutzfahrzeuggeschäft erhole sich zwar sehr langsam, aber kontinuierlich, sagte MAN-Chef Georg Pachta-Reyhofen am Freitag der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. „Seit Anfang des Jahres haben wir den Umsatz jeden Monat gesteigert."

Seit März würden im hauptsächlich auf Europa fokussierten Geschäftsbereich MAN Nutzfahrzeuge wieder schwarze Zahlen geschrieben. „Wir werden nur noch positive Quartale sehen", versprach der 55-Jährige für den weiteren Jahresverlauf. Im vergangenen Jahr hatte sich der Lkw-Markt in Europa etwa halbiert. Die Hersteller reagierten mit massiven Produktionskürzungen und Kurzarbeit auf die Krise.

Wegen der langsam wieder steigenden Nachfrage will der Dax-Konzern die Kurzarbeit in den deutschen Werken im zweiten Halbjahr zurückfahren. „Wir werden in diesem Jahr gut 50.000 Lastwagen in Europa verkaufen", sagte Pachta-Reyhofen. Anders als im vergangenen Jahr würden nun auch wieder Absatz und Produktion übereinstimmen. „Die gesamte Erlössituation verbessert sich damit deutlich." Im Vorjahr hatte MAN die Lager geräumt und dabei rund 4500 Fahrzeuge der insgesamt 40.500 verkauften Lastwagen aus Hofbeständen bestritten. Zusammen mit dem boomenden Brasiliengeschäft, das die Münchner erst im vergangenen Jahr von ihrem Großaktionär Volkswagen übernommen hatten, sollen in diesem Jahr mehr als 100.000 Lastwagen verkauft werden.

Steigendes operatives Ergebnis erwartet

Im Gesamtjahr 2010 sieht der MAN-Chef ein steigendes operatives Ergebnis für den Konzern. „Wir werden bei MAN Nutzfahrzeuge nach einem negativen Ergebnis im vergangenen Jahr dieses Jahr ein positives vorlegen", sagte Pachta-Reyhofen. „In der Motoren- und Getriebesparte Power Engineering werden wir erneut gute operative Zahlen erzielen und in Brasilien erwarten wir ein exzellentes Ergebnis." Deshalb zeigte sich der Manager am Rande einer Vorveranstaltung zur Nutzfahrzeug IAA für das Gesamtjahr optimistisch: „Wir glauben, dass der MAN-Konzern in diesem Jahr insgesamt das Ergebnis steigern wird."

Genauer wollte sich Pachta-Reyhofen vor der Vorlage der Halbjahreszahlen Ende Juli nicht festlegen. Im vergangenen Jahr hatte der Konzern einen operativen Gewinn von gut einer halben Milliarde Euro erwirtschaftet, war aber wegen verschiedener Sondereffekte unterm Strich in die roten Zahlen gerutscht.

Jochem Heizmann koordiniert MAN-Scania Zusammenarbeit

Zum von Volkswagen gewünschten engeren Zusammenrücken mit dem schwedischen Konkurrenten Scania, sagte Pachta-Reyhofen, es seien Arbeitsgruppen gebildet worden, um Möglichkeiten eines Austauschs von Komponenten und möglicher gemeinsamer künftiger Entwicklungen auszuloten. Dabei werde Volkswagen-Vorstand Jochem Heizmann eine koordinierende Rolle zukommen. Volkswagen hatte Anfang der Woche mitgeteilt, ab Oktober für Heizmann ein neues Vorstandsressort für Nutzfahrzeuge einzurichten. Die Wolfsburger halten die Mehrheit an Scania und sind mit knapp 30 Prozent an MAN beteiligt, die ihrerseits 17 Prozent der Stimmrechte an den Schweden kontrollieren.

Eine Zusammenarbeit zwischen MAN und Scania bei Motoren sei erst einmal nicht angedacht, sagte Pachta-Reyhofen. Grundsätzlich solle es nicht zu einer Verwässerung der beiden Marken kommen. „Alles, was Scania und was uns ausmacht, werden wir nicht in irgendeiner Form austauschbar machen." Pachta-Reyhofen, der zuvor im MAN-Vorstand die Dieselsparte verantwortete, war Ende 2009 nach dem Abgang von Hakan Samuelsson an die MAN-Spitze gerückt. Sein Vorgänger hatte die Verantwortung für die Schmiergeldaffäre im Konzern übernommen, die mit einem millionenschweren Bußgeld beigelegt wurde. (dpa) 

 
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(Foto: MAN SE)

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