Lufthansa dreht an Kostenschraube

22.06.2009 10:28 Uhr
Lufthansa Flugzeug
Lufthansa fürchtet um angestrebten operativen Gewinn im laufenden Geschäftsjahr
© Foto: ddp

Fluggesellschaft stemmt sich gegen rote Zahlen im laufenden Geschäftsjahr

Frankfurt/Main. Die Deutsche Lufthansa dreht wegen drohender roter Zahlen an der Kostenschraube. Ziel sei es, einen operativen Verlust im laufenden Geschäftsjahr zu vermeiden und die Ertragskraft in den kommenden Jahren zu stärken, teilte die größte deutsche Fluggesellschaft am Freitagabend nach Börsenschluss in Frankfurt mit. Entlassungen seien aber nicht geplant. Angesichts einer anhaltend schwachen Nachfrage im Passagier- und Frachtgeschäft, Änderungen im Reiseverhalten der Fluggäste und steigender Treibstoffpreise erfordere ein positives operatives Ergebnis „zusätzliche Kostenentlastungen“. Einer Sprecherin zufolge plant der DAX-Konzern derzeit keine Entlassungen. „Betriebsbedingte Kündigungen zu veranlassen, ist nicht Lufthansa-Tradition, und aktuell gibt es auch keine Pläne, davon abzuweichen“, sagte eine Konzernsprecherin der Finanz- Nachrichtenagentur dpa-AFX. Die genauen Sparmaßnahmen würden in den kommenden Wochen erarbeitet. Die mengen- und preisbedingten Einnahmeausfälle hätten sich im zweiten Quartal fortgesetzt. Zugleich sei der Treibstoffpreis seit Ende März um die Hälfte gestiegen. „Eine Fortsetzung dieser Entwicklungen hätte aus heutiger Sicht eine Gefährdung des angestrebten operativen Gewinns zur Folge“, hieß es in der Mitteilung. Daher sollten nun alle Geschäftsfelder weitere Maßnahmen zur Ergebnissicherung ergreifen. Noch Anfang vergangener Woche hatte Vorstandschef Wolfgang Mayrhuber bei der Tagung des internationalen Luftfahrtverbands IATA das Ziel bekräftigt, 2009 einen deutlichen operativen Gewinn zu erzielen. In Interviews hatte er jedoch angekündigt, im Falle einer dauerhaft schwachen Entwicklung weitere Kostensenkungen ins Auge fassen zu müssen. „Wir werden auf der Investitionsseite strecken, Projekte hinausschieben, Personal- und Sachkosten herunterfahren“, hatte er der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ gesagt. Wenn aber auf Dauer ein Drittel in der Fracht und im Passagiergeschäft ein Fünftel fehlten, müsse das Unternehmen „natürlich noch mal ganz anders ansetzen“. (dpa)

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