19.03.2009 | Transport + Logistik

Lufthansa Cargo sieht keine Besserung des Luftfrachtgeschäfts

Frankfurt/Main. Die Lufthansa-Frachttochter Cargo sieht derzeit keine Anzeichen für eine Verbesserung des internationalen Luftfrachtgeschäfts. Der März entwickle sich ähnlich wie der Februar, wo Einbußen von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen waren, erklärte am heutigen Donnerstag der LH-Cargo-Chef Carsten Spohr in Frankfurt. Er rechne daher mit einem spürbaren Umsatzeinbruch und einem deutlich schlechteren Ergebnis als 2008.

Das Unternehmen, nach eigenen Angaben weltweit die Nummer zwei, werde weiterhin mit äußerster Flexibilität auf den Markt reagieren. Spohr schloss eine Stilllegung weiterer Frachtmaschinen und eine noch stärkere Nutzung der Kurzarbeit für die rund 2600 Mitarbeiter in Deutschland für die kommenden Monate nicht aus. Die Kurzarbeit sei ein „sehr probates Mittel“ zur Planung der Kapazitäten, sagte er. Aus Solidarität verzichteten Vorstand und weitere Führungskräfte auf bis zu zehn Prozent ihres Gehalts. Derzeit stehen vier der 19 konzerneigenen und nahezu abgeschriebenen Frachter vom Typ MD 11 still.

Spohr warnte erneut vor den Folgen eines kompletten Nachtflugverbots am wichtigsten Lufthansa-Drehkreuz in Frankfurt. „Ein absolutes Nachtflugverbot würde Lufthansa Cargo existenziell gefährden sowie den Logistikstandort Frankfurt und die Exportnation Deutschland nachhaltig schwächen.“ Das Frachtgeschäft erfordere die Verbindung zu den mehr als 400 Passagierjets der Lufthansa ebenso wie den 24-stündigen Zugang zum Flughafen. Wenn Frankfurt dies nicht bieten könne, werde das Geschäft nach Paris oder Amsterdam abwandern.

Die Lufthansa hatte einen Bedarf von 41 Flügen in der Nacht zwischen 23.00 und 5.00 Uhr angemeldet, das Land wollte in seiner vom Hessischen Verwaltungsgerichtshof angezweifelten Planfeststellung 17 Flugbewegungen genehmigen. Die Lufthansa ist in dem Gerichtsverfahren als Musterkläger vertreten und nach den Worten Spohrs entschlossen, zur Not bis vor das Bundesverwaltungsgericht zu ziehen. „Wir stellen Mitarbeiter ein. Wir machen Profit und bitten nicht um staatliche Hilfen. Wir wollen unser Geschäft einfach weiterbetreiben.“ Der Cargo-Chef stellte klar, dass die ungelöste Nachtflugfrage derzeit Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe für den Umbau des LH-Frachtzentrums in Frage stellt.

Im vergangenen Jahr hatte die Lufthansa Cargo eigenen Angaben zufolge mit 164 Millionen Euro das zweitbeste operative Ergebnis ihrer Geschichte erzielt. Bis Mai sei man deutlich auf Wachstumskurs geflogen, berichtete Finanzvorstand Roland Busch. In der zweiten Jahreshälfte habe dann aber die weltweite Rezession heftig auf die Transporte durchgeschlagen und die Auslastung im Jahresschnitt wieder auf ein Normalmaß gedrückt. Die transportierte Menge reduzierte sich im Jahresvergleich um 6 Prozent auf 1,7 Millionen Tonnen. Höhere Preise ließen den Umsatz um 6,3 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro steigen. (dpa/sv)

 
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