19.04.2010 |

Lufthansa Cargo rechnet mit Millionenschaden

Lufthansa Cargo Frankfurt

Frankfurt/Main. Lufthansa Cargo bringt erste Frachter wieder in die Luft, trotzdem ist die Situation für das Unternehmen „dramatisch“. Drei Frachter im interkontinentalen Verkehr haben am Montag den Frankfurter Flughafen mit Ziel Südamerika und Asien verlassen. „Das waren durch das Luftfahrtbundesamt genehmigte Sonderflüge“, sagte Lufthansa-Cargo-Sprecher Michael Göntgens der VerkehrsRundschau. Bis zum Erreichen der Grenze zum gesperrten Luftraums flögen die Flieger im Sichtflug, um anschließend im Instrumentenflug auf normaler Reisehöhe den Flug fortzusetzen.

„Wir haben dennoch derzeit nur Einzelflüge“, betonte Göntgens. Der Großteil der Lufthansa-Cargo-Flotte stehe derzeit im Ausland. Montagvormittag befanden sich fünf Frachter am Boden in Frankfurt, zehn Maschinen waren im Ausland. „Langsam versuchen wir die Maschinen wieder zurück zu bekommen“, sagte Lufthansa-Cargo-Sprecher Göntgens.

Sonntagabend konnten zwei Frachtmaschinen mit jeweils mehr als 70 Tonnen Fracht an Bord aus Istanbul und dem sibirischen Flughafen Krasnojarsk in Frankfurt landen. „Heute Abend wird ebenfalls eine Ankunft aus Krasnojarsk erwartet“, bestätigte Göntgens.

Nachdem auch 50 Passagiermaschinen mit Sondergenehmigungen nach Deutschland fliegen durften, hofft Unternehmenssprecher Göntgens, dass in Kürze eine „Verbesserung der Situation“ eintritt. Die Sperrung der europäischen Luftraums habe „dramatische Auswirkungen“. Lufthansa Cargo rechnet demnach mit einem Millionenschaden. Derzeit gibt es laut Göntgens in Frankfurt einen Annahme- und Buchungsstopp: „Wir sind nicht mehr in der Lage neue Sendungen anzunehmen. Das Lager in Frankfurt ist bis unter die Hallendecke voll.“ Die Situation sei auch für die Kunden dramatisch. „Alle unsere Kunden sind auf einen funktionierenden Luftfrachttransport angewiesen.“

Lufthansa Cargo rechnet nicht mit einer schnellen Entspannung der Lage. Zunächst müssten die Interkontinental Flüge und vor allem die Frachter wieder ohne Einschränkung fliegen. „Wir wissen derzeit nicht ab wann wir wieder theoretisch auf Volllast gehen könnten“, kritisierte Göntgens die Informationslage. Auch nach dem Ende des Flugverbots werde es noch „mehrere Tage dauern“ bis die aufgestaute Fracht abgearbeitet sei. Das Unternehmen rechne derzeit mit vier bis sechs Tagen bis der Normalbetrieb wieder eingekehrt sei. (sb)

 
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(Foto: LH Cargo)

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