Luftfahrtindustrie will Emissionen halbieren

22.09.2009 12:31 Uhr
Flughafen München
Die Luftfahrtindustrie plant ihre Treibhausgasemissionen in den kommenden 40 Jahren zu halbieren.
© Foto: Flughafen München

Halbierung von Treibhausgasen in den nächsten 40 Jahren / Niveau von 2005 als Grundlage / Tickets voraussichtlich teurer

London. Die Luftfahrtindustrie will den Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen in den kommenden 40 Jahren halbieren. Bis 2050 sollen die Emissionen von Kohlendioxid auf die Hälfte des Niveaus von 2005 reduziert werden. Das geht aus einer vorab verbreiteten Rede des British-Airways-Chefs Willie Walsh hervor. Das Abkommen zwischen Fluglinien, Flughäfen und Flugzeugbauern hat nach Angaben der britischen Zeitung "Guardian" die International Air Transport Association (IATA) entworfen. Walsh will die Pläne am Dienstag beim Klimagipfel In New York vorstellen. Eine Senkung der Abgase heißt auch, dass Flugtickets teuerer werden. "Die Emissionen der internationalen Luftfahrt wurden vor zwölf Jahren nicht ins Kyoto-Protokoll übernommen. Nun haben wir die Chance, dies geradezurücken", wird Walsh zitiert. Die Pläne seien die "beste Option für den Planeten". Kritiker bezeichneten den Plan jedoch als Ablenkungsmanöver. Damit wolle die Industrie lediglich höhere Abgaben und Strafen vermeiden, erklärte der Umweltverband Aviation Environment Federation. Nach Angaben des "Guardian" heißt es in der Verpflichtung, dass die Emissionen pro Jahr um 1,5 Prozent sinken sollen. Bis 2010 soll zudem ein Plan für den weltweiten Emissionshandel ausgearbeitet und der UN unterbreitet werden. Die IATA wolle sich damit auch gegen den Emissionshandel der EU stemmen. Diesen Vorgaben zur CO2-Reduzierung soll die Luftfahrtbranche von 2012 an unterliegen. In der IATA sind 230 Fluggesellschaften zusammengeschlossen, darunter auch die Lufthansa, Air Berlin und Hapag Lloyd. Die EU plant, die Fluggesellschaften bis 2012 in den Emissionshandel einzubinden. Erfasst werden alle Flüge, die in der EU starten oder enden. Folgen sie den Vorgaben zur Senkung des CO2-Ausstoßes nicht, werden sie zu einer Klimaschutzabgabe gezwungen. (dpa)

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