Berlin. Nach der ins Trudeln geratenen Autoindustrie ruft nun auch die Luftfahrtbranche um Hilfe. Zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit der Branche sei ein „Luftfahrtfonds“ nötig, an dem sich der Staat sowie Luftfahrtunternehmen beteiligen, forderte der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) am Freitag in Berlin. Fast jedes vierte Unternehmen der Branche mit weniger als 500 Mitarbeitern benötige wegen einer akut verschlechterten Finanzlage kurzfristig Geld. Das ergab eine Umfrage des Verbandes. Rund ein Drittel der betroffenen Firmen leide darunter, dass es deutlicher schwieriger sei, bei ihren Banken Kredite zu erhalten. Der Flugzeugbauer Airbus verhandelt derzeit mit der Bundesregierung über die Gründung eines gemeinsamen Fonds, der die Wettbewerbsfähigkeit der Branche sichern soll. Nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums vom Freitag soll der Fonds ein Volumen zwischen 20 und 40 Millionen Euro haben. Das Geld kommt je zur Hälfte von Airbus und dem Bund. Ziel sei, die Liquidität der Branche sicherzustellen und die Zulieferindustrie der Luftfahrtbranche neu zu strukturieren. Es sollen weniger, dafür wettbewerbsfähige, etwas größere Betriebe geschaffen werden. "Die Bankenkrise hat den Druck erhöht, aber das Thema war schon vorher bei uns in Arbeit", sagte der Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Peter Hintze (CDU). Die Bundesregierung habe dem Vorhaben zugestimmt. Nun müsse man sich über die Konstruktion des Fonds und das genaue Verfahren einigen. (dpa)
Luftfahrtindustrie ruft um Hilfe
Bundesverband fordert finanzielle Entlastung durch „Luftfahrtfonds“/ Airbus verhandelt bereits mit Bundesregierung