Berlin/Hamburg. Die Lotsabgaben für deutsche Seehäfen sinken zur Entlastung der maritimen Wirtschaft um zehn Prozent. "In Zeiten der Wirtschaftskrise und knapper Kassen verbessern wir durch günstigere Anlaufkosten die Konkurrenzfähigkeit der deutschen Seehäfen im zurzeit stark umkämpften internationalen Wettbewerb", sagte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) am Mittwoch zur Änderung der Lotstarifordnung. Sie tritt am 1. April in Kraft. Die zehnprozentige Senkung soll für ein Jahr gelten, danach soll die Lotsabgabe für ein weiteres Jahr um fünf Prozent reduziert bleiben. "Damit senden wir ein positives Signal an die Kunden in aller Welt aus", erklärte Ramsauer. Die neue Verordnung sollte eigentlich schon zum 1. März in Kraft treten, doch das Finanzministerium hatte ein Veto eingelegt, da die Lotsabgabe eine Gebühr sei, die kostendeckend erhoben werden müsse. Ende März war der Streit dann aber beigelegt worden mit der Maßgabe zu prüfen, wie mögliche Einnahmenausfälle ausgeglichen werden könnten. Für die Senkung der Lotsabgaben hatten sich die Küstenländer und das Bundesverkehrsministerium stark gemacht. Die Lotskosten der Schiffe setzen sich zusammen aus den Lotsgeldern für die See- und Hafenlotsen und den Abgaben, mit denen die notwendige Infrastruktur wie Versetzschiffe und Lotsenstationen finanziert werden. Auch die Lotsen an der deutschen Küste bekommen die Schifffahrtskrise zu spüren und müssen finanzielle Einbußen hinnehmen. "Wenn ein Drittel weniger Schiffe kommt, dann fällt auch ein Drittel der Lotsgelder aus", betonte der Präsident des Bundesverbandes der See- und Hafenlotsen, Gerald Immens. (dpa)
Lotsabgaben für deutsche Seehäfen gesenkt
Lotsabgaben sinken ab April für ein Jahr um ein Zehntel / Ramsauer: Änderung soll die internationale Wettbewerbsfähigkeit deutscher Seehäfen stärken