10.09.2010 |

LNG als Schiffstreibstoff: Deutscher Containerfrachter wird zu einem Pilotschiff umgebaut

Hamburg. Flüssig-Erdgas (LNG) als alternativer Treibstoff für die bislang auf das Schweröl setzende Handelsschifffahrt wird mittel- und langfristig von großer Bedeutung weltweit sein. Denn das Thema "Schifffahrt und Klimaschutz" spielt vor dem Hintergrund des Weltklimawandels eine wachsende Rolle. Ab 2015 soll der schrittweise Ausstieg aus dem Schweröl global vollzogen werden. Schon jetzt gibt es mit der Ost- und Nordsee Meeresgebiete, in denen nur noch ein sehr schwefelarmer Treibstoff zugelassen ist. ECA heißen diese Seeräume, was für "Emission Control Areas" steht.

Die norwegische Schiffsklassifikations-Gesellschaft DNV (Det Norske Veritas) arbeitet seit mehr als zehn Jahren daran, dem LNG in der Schifffahrt zum Durchbruch zu verhelfen. In Norwegen selbst werden inzwischen nur noch jene Schiffe, die zum Beispiel in den umweltsensiblen Fjordbereichen verkehren, zugelassen, die über einen LNG-Antrieb verfügen.

Jetzt steht das Unternehmen vor der Etablierung eines wichtigen Meilensteins in der Handelsschifffahrt. Dafür konnte das Unternehmen die deutsche Reederei Patjens aus Drochtersen bei Hamburg gewinnen. Die mittelständische Reederei, die gegenwärtig eine Flotte aus neun Containerschiffen in der Größenordnung zwischen 1000 bis 5000 Standardcontainern (TEU) betreibt, wird eines ihrer Schiffe mit einem LNG-Antrieb nachrüsten. Der 5000-TEU-Frachter wird für zwei seiner für Bordstromversorgung benötigten Hilfsmaschinen sowie den Hilfskessel eine LNG-Versorgung bekommen. Dazu sind eine Reihe von Umbauten erforderlich. Bereits 2012 soll das Schiff unterwegs sein. Bemerkenswert ist, dass die DNV-Techniker das Bunkerproblem für den nicht ungefährlichen LNG-Vorrat über eine spezielle Containervariante lösen. Diese LNG-Container befinden sich an Oberdeck und können schnell angeschlossen und auch ausgetauscht werden. Damit wir auch erreicht, dass der Verlust an Laderaum äußerst gering ist.

DNV und die Reederei versprechen sich von diesem Schritt, über dessen Kosten sie keine Angaben machten, eine wichtige Signalwirkung für den Markt. "Einer muss jetzt den Anfang machen", stellten die beiden Partner in Hamburg fest. Der DNV betreut inzwischen eine Flotte von 20 unterschiedlichen Schiffen, die auf den LNG-Antrieb setzen. (eha) 

 
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