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01.10.2014Transport + Logistik | Inland

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premiumLastenräder erweisen sich als sinnvolle Ergänzung

Bei einem Fachforum im Rahmen der IAA Nutzfahrzeuge diskutierten Experten über das Potenzial von Lastenrädern in der Belieferung.
IAA Fachveranstaltung Lastenräder

Diskussionsteilnehmer des IAA Fachforums (v.l.): Arne Behrensen, (VCD), Johannes Gruber (DLR), Peter Lüttjohann (BMVI), Gerd Seber (DPD), Frank Albers (Krone), Martin Bosselmann (BIEK), Johannes Reichel (VerkehrsRundschau, Moderation)

Foto: VCD/Iris Klöpper

Hannover. „Die großen Mengen werden wir mit Lastenrädern nie befördern können. Aber als Ergänzung zum Transporter finden wir das Konzept hochinteressant, erst recht, wenn man es mit lokalen Zustellbasen kombinieren könnte“, resümierte Gerd Seber, Sustainable Development Manager des Paketdienstleister DPD auf dem IAA Fachforum „Letzte Meile, effizient und emissionsfrei. Lastenräder in der City-Logistik“. Veranstalter waren der Bundesverband Paket & Expresslogistik BIEK gemeinsam mit dem ökologischen Umweltverband VCD.

Auch der Vertreter der Politik in der Diskussionsrunde, Peter Lüttjohann, Referatsleiter Güterverkehr und Logistik im Bundesverkehrsministerium sieht in der cleveren Kombination die Zukunft: „Wir sollten aufhören, die Transportmittel gegeneinander auszuspielen“, erklärte er. Und unterstrich, dass auch die Bundesregierung den Einsatz von elektrisch unterstützten Lastenrädern sehr vielversprechend fände und fördern wolle. Dass im jüngst im Kabinett beratschlagten Entwurf des Elektromobilitätsgesetzes die Pedelecs nicht vorkämen, heiße nicht, dass man sie vergessen hätte. Etwa seien Lastenräder im aktualisierten Aktionsplan Güterverkehr und Logistik explizit erwähnt. Bei der konkreten Förderung seien aber vor allem die Kommunen gefragt, auch bei der Schaffung lastenradfreundlicher Verkehrswege oder lokaler Verteilpunkte. Der Bund könne hier nur einen Rahmen stecken und habe dafür etwa ein umfangreiches Forschungsprojekt auf den Weg gebracht.

Hier setzte auch Martin Bosselmann, Geschäftsführer des BIEK an: „Wir suchen den Dialog mit den Kommunen. Denn Zufahrtsmöglichkeiten für Fußgängerzonen und Standorte für innenstadtnahe Umschlagplätze sind für unsere Mitgliedsunternehmen wichtige Themen für eine effektive Zustellung per Lastenrad“. Hier entstehe gerade ein gemeinsames Modellprojekt von BIEK und VCD zusammen mit der Stadt Mannheim, das Erkenntnisse für andere Kommunen liefern solle, ergänzte Wasilis von Rauch vom VCD.

Dass Lastenräder gerade in Anbetracht zunehmend reglementierter und von Staus geplagter Innenstädte fallweise entscheidende Alleinstellungsmerkmale bieten, bestätigte Johannes Gruber vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) aus der jüngst abgeschlossenen Lastenrad-Studie „Ich ersetze ein Auto“. Diese griffige These habe sich zwar nicht wirklich bewahrheitet, dennoch habe sich gezeigt, dass Lastenräder in Sachen Flexibilität, Tempo und Umweltfreundlichkeit wichtige Vorzüge böten und Unternehmen ganz andere Variationsmöglichkeiten der Belieferung erschlössen. Das bestätigte aus der Praxis Kurierunternehmer Dirk Brauer von der Messenger GmbH in Berlin, der zudem auf die viel niedrigeren Unterhaltskosten von Lastenrad zu Auto und somit deutlich besseren Verdienstmöglichkeiten eines Lastenradkuriers hinwies. Allerdings bräuchte man dafür anderes, „wetterfestes“ Personal. Den dauerhaften Wechsel eines Autokuriers auf ein Lastenrad habe es bei Messenger nicht gegeben.

Gerd Seber vom DPD relativierte zu euphorische ökonomische Erwartungen: „Bei der Kapazität eines Sprinter von 10 bis 15 Kubikmeter müssten wir zehn bis 15 Lastenräder einsetzen. In unseren Analysen betrug der Kostenvorteil des Lastenrads zum Auto bereinigt etwa 15 Prozent“. Dass auch die Industrie das auf der IAA doch ziemlich exotisch wirkende Thema Lastenrad interessant findet, unterstrich Frank Albers vom Aufbauhersteller Krone, der mit einem Lastenrad auf seinem Stand warb: „Wenn hier die Nachfrage nach größeren Stückzahlen an Aufbauten entstehen sollte, ist klar, dass wir so etwas in langlebiger, praxistauglicher Qualität darstellen können“, erklärte der Krone-Vertriebsleiter. (jr)

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