Wilhelmshaven/Hannover. Strenge Lärmschutzanforderungen sorgen für Verzögerung bei der Bahnanbindung des neuen Tiefwasserhafens in Wilhelmshaven. Das niedersächsische Wirtschaftsministerium und die Hafenbaugesellschaft reagierten am Mittwoch mit Verärgerung, sehen den Start den Hafens aber nicht in Gefahr. Einem internen Bahn-Papier zufolge soll die geplante Elektrifizierung und der zweigleisige Ausbau der Strecke zwischen Oldenburg und Wilhelmshaven erst 2015 fertig sein und damit drei Jahre später als vorgesehen. Bei der detaillierten Planung, die derzeit laufe, gebe es noch wichtige offene Fragen in Bezug auf den Lärmschutz, sagte ein Bahnsprecher am Mittwoch. „Das ist ärgerlich“, meinte der Geschäftsführer des Hafen-Realisierungsgesellschaft, Axel Kluth. Die Eröffnung eines Teilstücks des Tiefwasserhafens Ende 2011 sei dadurch jedoch nicht gefährdet. Die Anbindung an das Schienennetz der Deutschen Bahn solle das Großbauprojekt planmäßig erhalten, bereits im Juli sei der erste Spatenstich für den Gleisanschluss zum Hafen geplant. Die Probleme gebe es allerdings bei dem Ausbau von zwei Abschnitten auf zwei Gleise, sagte Kluth. „Spätestens 2013 ist das aber ein Muss.“ Dann werde der 2012 vollständig eröffnete Hafen voraussichtlich voll ausgelastet sein und die Strecke für den Weitertransport der Container benötigen. „Es wird temporär eine Verlagerung auf die Straße geben. Aber das kann kein Dauerzustand sein.“ Kluth kritisiert vor allem, dass die Informationen von Bahn und Bundesverkehrsministerium widersprüchlich seien. „Wir hatten die Zusage vom Ministerium, dass der Ausbau termingerecht klappt und die Finanzierung steht.“ Auch die sei jetzt wieder offen. Wirtschaftsminister Philip Rösler will nun darauf dringen, dass sich der Bund und die Bahn an die Absprachen halten. „Wir haben sowohl gegenüber dem Bund als auch der Bahn wiederholt und mit großem Nachdruck auf die dringende Notwendigkeit des zweigleisigen Ausbaus der Strecke rechtzeitig zur Inbetriebnahme des Jade-Weser-Ports hingewiesen“, sagte der FDP-Politiker. Er erwarte, dass Bund und Bahn „nun endlich gemeinsam agieren und den zügigen Ausbau gewährleisten“. Um den Bau des Tiefwasserhafens gibt es schon seit Beginn der Planung im Frühjahr 2001 Querelen. Erst verabschiedete sich Hamburg aus dem gemeinsamen Projekt mit Niedersachsen und Bremen. Später entwickelte sich die Vergabe des Bauauftrags zu einem juristischen Tauziehen, mit dem sich auch einen Untersuchungsausschuss des Landtags beschäftigte. Erst kürzlich stellte die Staatsanwaltschaft Osnabrück die Ermittlungen gegen frühere Manager und Verantwortliche in der Politik wegen Korruption und unrechtmäßiger Absprachen ein. (dpa)
Lärmschutz bremst Bahnanbindung von Jade-Weser-Port
Strecke zwischen Oldenburg und dem Tiefwasserhafen in Wilhelmshaven soll erst 2015 fertig sein