11.03.2009 | Transport + Logistik
Kurzarbeit in LKW-Werken bei Daimler
Stuttgart/Wörth. Daimler weitet die Kurzarbeit auch auf das LKW-Werk in Wörth und seine anderen Lastwagenwerke in Deutschland aus. Im Mercedes-Benz-Werk in Wörth – dem größten LKW-Werk der Welt – sollen von 4. Mai an bis zu 7500 Mitarbeiter kurzarbeiten. Die Maßnahme ist zunächst bis zum Ende der Sommerferien 2009 geplant.
Insgesamt sind rund 18.000 Mitarbeiter der LKW-Werke Wörth, Gaggenau, Kassel und Mannheim betroffen, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Stuttgart mit.
Die meisten Mitarbeiter sollen bereits von Ostern an in Kurzarbeit geschickt werden, spätestens im Mai sollen die übrigen Beschäftigten folgen. Damit reagiere Daimler auf die anhaltende Nachfrageschwäche und rückläufige Auftragseingänge auch im LKW-Geschäft. In den PKW-Werken des Autobauers arbeiten wegen der dramatischen Absatzflaute bereits seit Wochen mehr als 50.000 Beschäftigte kurz.
Auch in der LKW-Sparte könne die Produktionsdrosselung nicht weiter über den Abbau von Arbeitszeitkonten geregelt werden, teilte das Unternehmen mit. Im laufenden Jahr rechnet der weltgrößte Nutzfahrzeughersteller mit einem deutlichen Absatzrückgang. Eine genaue Prognose hatte der Chef der Sparte Daimler Trucks, Andreas Renschler, nicht gegeben. In Deutschland arbeiten insgesamt rund 30.000 Menschen für die LKW-Sparte des Unternehmens. In Wörth arbeiteten Ende vergangenen Jahres etwa 11.000 Menschen.
Für die Kurzarbeit sollen an den einzelnen Standorten zwischen Werksleitung und Betriebsrat individuelle Regelungen vereinbart werden. Außerdem seien Zeitarbeitsverträge und befristete Arbeitsverträge nicht verlängert worden. Die Kurzarbeitstage sollen abhängig von der Entwicklung des Auftragseingangs von Monat zu Monat festgelegt werden. Beschäftigte, die noch Überstunden auf Freischicht- und Gleitzeitkonten haben, sollen diese zunächst abbauen. „Für Beschäftigte mit negativen Zeitkonten gelten die Regelungen zur Kurzarbeit“, sagte eine Sprecherin.
Im Mercedes-Benz-Werk in Wörth sind unter anderem die Beschäftigten im Bereich Sonderfahrzeuge wegen der guten Auftragslage von der Kurzarbeit ausgenommen. Das betrifft die Montage von Unimog- und Mercedes-Benz-Econic-Fahrzeugen. In Gaggenau sind von 22. April an 3800 Beschäftigte betroffen. 700 Beschäftigte, die dort Teile für PKW und Transporter produzieren, sind bereits seit 1. März in Kurzarbeit. Am Standort Kassel sind in den LKW-Bereichen von 14. April an rund 1300 Mitarbeiter betroffen, rund 550 Beschäftigte im Transporter-Bereich arbeiten bereits seit 1. März kurz. Im LKW-Werk in Mannheim sollen den bisherigen Plänen zufolge von 6. April an bis zu 3500 Beschäftigte kurzarbeiten.
Im vergangenen Jahr hatte der weltgrößte Nutzfahrzeughersteller trotz der weltweiten Talfahrt in der Automobilbranche den Absatz leicht ausgebaut. Die Verkäufe von LKW und Bussen stiegen 2008 im Jahresvergleich um ein Prozent auf 472.100 Fahrzeuge. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) war allerdings um knapp ein Viertel auf 1,6 Milliarden Euro eingebrochen. Der Umsatz stagnierte bei 28,5 Milliarden Euro. (dpa/sv)
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