Berlin. Die Kurier- und Paketdienste in Deutschland erwarten für das nächste Jahr ein leicht gebremstes Wachstum. Nach zwei bis drei Prozent in diesem Jahr werden es laut einer Studie des Bundesverbands Internationaler Express- und Kurierdienste (BIEK) 2009 voraussichtlich ein bis zwei Prozent sein. Verbandspräsident Gunnar Uldall sagte am Mittwoch in Berlin, die hohen Zuwächse der vergangenen Jahre von fünf Prozent jährlich dürften "zunächst kaum mehr zu erreichen sein". Dennoch gebe es trotz Finanzkrise Grund zu vorsichtigem Optimismus. Der Branchenumsatz lag der Studie zufolge im vergangenen Jahr bei 13,9 Milliarden Euro. Die Unternehmen hatte zusammen rund 183.000 Beschäftigte, etwa 10.000 mehr als im Jahr zuvor. Insgesamt wurden rund 2,23 Milliarden Sendungen befördert. Bis 2012 erwarteten die Dienstleister bei der Zahl der Sendungen ein jährliches Plus von etwa sechs Prozent. Beim umstrittenen Thema der Umsatzsteuerbefreiung forderte Uldall die Bundesregierung auf, der jüngsten Empfehlung des Bundesrates für eine Gesetzesänderung zu folgen. Danach sollen all jene Postdienstleister keine Umsatzsteuer mehr zahlen müssen, "die die jeweilige Universaldienstleistung flächendeckend anbieten". Der bisherige Regierungsentwurf verlangt als Bedingung für die Umsatzsteuerbefreiung das Angebot sämtlicher Universaldienste, also auch die Briefbeförderung. Diesem Kriterium hätte nur die Deutsche Post entsprochen, die schon bislang als einziges Unternehmen keine Umsatzsteuer entrichten muss. (dpa)
Kurierdienste erwarten 2009 bis zu zwei Prozent Wachstum
Trotz Finanzkrise: Branche äußert vorsichtigen Optimismus / Forderung nach Umsatzsteuerbefreiung verstärkt